Donnerstag, 13. September 2012

Summer Breeze Festival 2012 – 18ter August @ Dinkelsbühl - Teil 3/3



Und nun das Finale, inklusive Fazit, Ausblick, Grußliste - alles in allem ein Grund, warum man schon dafür ein wenig brauchen kann... 


Daher war es kaum verwunderlich, dass es uns am nächsten Morgen nicht eilte wach zu werden, die Folie leistete auch solang akzeptable Dienste, bis der Wind beschloss etwas stärker zu blassen und irgendwelche lieblichen Vollspacken schon früh morgens mit dem primitivsten Deutschrockfaschingsschlagermüllgebräu (Word unterringelt es NICHT! als falsch geschriebenes Wort – godlike!) auf den Sack gehen mussten.


Die Anzahl an Festivaltouristen oder sonstigem unpassendem Gesocks war natürlich wie zu erwarten viel zu hoch, was aber bei einem Blick auf das Gesamtbilling leider zu erwarten war und vom Veranstalter munter gefördert wird.

Unsere erste Band des Tages war nach weiteren ausgedehnten Wanderungen Paradise Lost, auf welche wir aber recht schnell wieder verzichteten. Ein guter Platz wäre wieder mühsam zu erkämpfen gewesen, zudem in der prallen Sonne (meine Fresse – trotz der Uhrzeit immer noch gefühlte 35°!!) und wäre trotz der ärgerlichen Umständen, die Location betreffend – nie im Leben an den Gig in der Batschkapp (Frankfurt) herangekommen.
Prost! - heimliche Heimatverbundenheit wurde
natürlich unterschwellig progagiert.

Somit war das Zelt ein wesentlich begehrteres Ziel in dem Nifelheim warteten. Von Nifelheim wusste ich nur, dass deren Sänger lustig aussieht. Das tat er irgendwie auch mit seiner wundervollen Frisur, konnte zudem aber auch musikalisch mit einigen nicht unbedingt Standartmäßigen, schwarzmetallischen Vocals überzeugen. Mir gefiel der Auftritt recht gut, war aber eigentlich nur der Anheizer für…

… Crackhurenegomanenarschloch Kvarforth von Shining. Ach ich fand’s ja eigentlich zum Brüllen komisch, wie er gleich zu Beginn mal allen Fotographen und Zuschauern seinen schönsten Finger präsentieren musste, auf den Boden rotzte, immer wieder verschwand um vor den Drums auf den Boden herumzukriechen, sich zu besaufen und zwischendurch irgendwelche Beleidigungen zu nuscheln die sowieso kein Schwanz verstanden hat. Entgegen allen Erwartungen, fand ich Shining rein musikalisch gesehen nämlich erstaunlich stark. Richtig stark! Als DSBM Fan kann ich diese Band ja nicht, nicht kennen – mir gab bislang nur keine einzige Hörprobe irgendwas, daher war ich sehr erfreut, wie gut es doch klang. Der Typ selber ist einfach nur grenzenlos peinlich und provozierte permanent dazu, ebenfalls viele schönste Finger zu sehen. Darüber hinaus überzog er mal eine stolze Viertelstunde was Gerüchten zu Folge ordentlich Zoff mit den Jungs von Asphyx gab. Warum ihm da nicht einfach der Saft abgestellt wurde, wundert mich zwar – gleiches konnte man nach meinem Gedünken My Dying Bride anno 2010 auch tun, trotz der Tatsache, dass sie die letzte Band der Main/Pain Stage waren… aber wie dem auch sei, es war halt so. Musik war gut, Performance je nach Gemüt lustig bis „erregend“. ;)

Zeit für Wasser… jaaaaa… *Hände reib* - das gab es natürlich auch, wie Bier und Cola zum „Spottpreis“ für 3,30€ pro 0,4 Liter + 1€ Pfand. Preislich gesehen und in Anbetracht des Ausrichtungsmonats (Hochsommer/Rekordhitze) irgendwo in der Kategorie unverschämt einzuordnen. Jaaaaa… Dementi ist erlaubt, ich weiß – es gab auch kohlensäurefreies Wasser für nur 1,50€ - die Frage war nur: WO?!!
"Familieninterner Schwanzvergleich" - natürlich
hab ich den längeren, wobei ich zugeben muss, dass
sie schon erheblich beschnitten wurde. Ich übrigens jetzt
auch. Der Grüne war nach Eluveitie auch ab - Penners ey!
Am letzten Tag fanden wir dieses ultrakleinen Stand zufällig neben der Camelstage und das ist ehrlich gesagt ein total beschissener Platz! Man sieht ihn nicht und müsste, sofern man oben bei den Main/Pain Stages stehen wollen würde, weil da erfahrungsgemäß die größeren, sprich beliebteren Bands spielen, jedes mal wenn man sich Trinken zu einigermaßen entwucherten Preisen „leisten“ können will, von oben durch die erwähnte Geschwindigkeitsberuhigende Merchzone latschen und den gleichen Weg wieder zurück nehmen. Ich bin ja sicherlich nicht lauffaul, aber auf dem Weg hab ich ja schon mindestens die Hälfte davon ausgetrunken. Und wenn ich bedenk, dass ich an solchen Tagen locker bis zu 4 Liter Wasser, spottbilliges Wasser, welches ich bei jedem Discounter für vielleicht 2€ + Pfand bekomme, trinke, 15-33€ zahle – dann enstehen sogar solche hässlichen Schachtelsätze… meine Güte…


Camel Stage ist auch noch ein tolles Stichwort bevor ich zum Finale komme: Stier, Ski’s Country Trash, Black Sheriff, Ohrenfeindt, Nitrogods und Mambo Kurt hab ich sicherlich auch alle immer mal wieder live gesehen, oder zumindest live zwangsgehört – waren aber alle partout scheiße und störend.
Warum man einem Zigarettenhersteller einen eigenen Stand bieten muss, lässt sich kommerziell und verkaufstechnisch sicherlich noch erklären, aber was zur Hölle soll diese gesponserte Scheißbühne, welche so gut wie niemand sehen will? Auf der permanent irgendein belangloser Rotz dudelt, was sich zwar sicherlich gut als weltoffen verkaufen lässt, auf einem Metalfest in meinen Augen aber trotzdem nichts verloren hat und zudem vor allem den Auftritt im Zelt stört? Schon 2010 gab es hässliche Soundüberlappungen, nichts desto trotz stand die Bühne wieder am gleichen Platz und nichts hat sich geändert. Find ich schade, weil damit grenzt sich die nutzbare Fläche im Zelt für mich schon wesentlich ein, aber wenn es so sein soll. Bitte sehr…

ASP waren die Nächsten, welche im Gegensatz zu obig aufgezählten Bands bewusst gehört werden wollten. Die Band hatte ich schon vor 3 Jahren im Ulmer Zelt gesehen, was eine sehr innige und intime Atmosphäre hatte. Dies konnte natürlich so in der Art und Weise auf einem Festival in dieser Größenordnung nicht zelebriert werden, trotzdem war die Stimmung sehr ausgelassen und fröhlich. ASP klangen vor allem live wesentlich härter als auf der Scheibe. Ob es an der Tatsache lag, dass auf einem Metalfestival gespielt wurde oder ob dies auch sonst ab und an live praktiziert wird, kleine und wohl dosierte Growls fügten sich stimmig ins Gesamtbild, welches nicht mit Pyrotechnischen Spielereien und dergleichen geizte. Ein wirklich gelungener Auftritt, bei dem ich aber gegen Ende eilend Schrittes von dannen zog…

So viel sah man ungefähr vor der einen Bühne
stehend auf die andere. Hier von Amon Amart,
beim anstehen auf Katatonia
… um noch etwas von Vallenfyre zu erwischen. Lustigerweise konnte ich Shining dankbar dafür sein, so überzogen zu haben, denn somit war die ganze Setlist nach hinten verlegt worden. Das heißt, Vallenfyre spielten eine Viertelstunde später und damit nicht die ganze Zeit parallel zu ASP. Die Band selber gibt es noch nicht sehr lange, hatte laut eigenen Aussagen auch einen ihrer ersten Auftritte und dürften dennoch schon jetzt eine große Nummer im Doom/Death Bereich sein. Was auch nicht wenig verwunderlich ist, wenn man sich anschaut welche Altmeister sich in der Supergroup aus My Dying Bride, Paradise Lost, Doom und Co zusammengerauft haben. Das Album war ein richtig fettes Teil, ebenso der Auftritt und der verdiente Jubel. „Your making an old man very, very happy.“ – Besser kann man doch nicht schließen…

Amon Amarth hatten den undankbaren Slot vor dem Überslot und waren daher grundsätzlich die Band, welche vieeeel zu lange spielte. Schon zu Beginn standen wir für Katatonia in der zweiten Reihe an und konnten das Ganze somit nur über Leinwand verfolgen. Das war zwar um einges uncooler, aber dafür um ein vielfaches ungefährlicher. Mit Freundin an der Seite hatte ich nicht unbedingt große Lust, meine Erfahrungen von 2009 zu erholen, als ich knallhart niedergetrampelt wurde. Musikalisch gesehen hab ich eh das Gefühl, dass Amon Amarth eine Art Sackgasse erreicht haben. Sie haben definitiv ihren eigenen Stil, treten diesen aber inzwischen bis zum Erbrechen breit. Aufgrund des ganzen Rummels vermisse ich auf jeden Fall Innovation, gespielte Songs waren zu erwarten. Man hätte Song-Bingo spielen können…


Die Sicht war so übertrieben überragend,
hätte, wäre, wenn der Sound auch so gewesen
wäre... =\
Und dann kamen Katatonia – den Traumplatz des Jahrtausends, näher konnte es gar nicht sein, sie kamen auf die Bühne, fingen an zu spielen und *brrruuuuuum*
Der komplette Auftritt war für mich soundtechnisch im Eimer, weil ich viel zu Nahe an den Boxen stand. Selbst mein bewährter Schutz bei vndergrovnd Clubs, Taschentuch in Streifen reißen, zusammenknüllen, kurz in Mund nehmen, ins Ohr drücken brachte keine wesentliche Linderung.
Wäre mir nicht berichtet worden, dass der Sound mit den kostenlosen Kopfhörern ausgezeichnet war, ohne hingegen wirklich nicht – ich hätte eine meiner Lieblingsbands verbal in Schutt und Asche kloppen müssen. So gesehen war es meine eigene Schuld, was mir einen ziemlich geilen Auftritt versaute. Klar – mir waren es zu viele Lieder von den letzten drei Alben (das neue nicht eingeschlossen), hätte mir einen breiteren Mix vorgestellt, aber das mir das ganze Gehör versagte war extrem ärgerlich, darüber hinaus weiß ich, dass es theoretisch richtig gut war. Und bei den Lieblingsliedern trotz geiler Stimmung keine Gänsehaut zu bekommen, weil das Boxengebrummel die gesanglichen Tiefen egalisiert, das ist schon sehr bitter…

Inzwischen war schon 1 Uhr Nachts und wir hatten beschlossen, in der Nacht heimzufahren – da eine weitere Übernachtung Schlaftechnisch gesehen nur minimal Erholung bot. Bis wir uns verabschiedet hatten und am Zeltplatz waren, wo das meiste schon vorsorglich eingepackt war – hatten wir schon 2:30 Uhr. Die Heimfahrt gestaltete sich nicht ganz so leicht, man wurde gezielt in eine andere Richtung gelotst als wir hätten fahren müssen, um – hoppla Überraschung – in einer Polizei Kontrolle zu landen. Natürlich gab es nichts zu beanstanden, außer das wir jetzt eine halbe Stunde planlos durch die gruseligsten Käffer tuckern dürften (Warum haben die ALLE keine Straßenlaternen in der Nacht? Beziehungsweise haben schon, aber alle ausgeschaltet? o.O)
Nach einem wahrlichen Kraftakt der Konzentration und des Durchhaltens, erreichten wir vollkommen am Ende nach mindestens drei rational gesehen, notwendigen Zwangspausen irgendwann am frühen Morgen um ca. 6 Uhr unser holdes heim. Danach folgte für mich eine der anstrengensten Arbeitswochen des Jahres was mein verzögertes Review hoffentlich entschuldigt.


Das ist schon wesentlich voller und ungemütlicher.
Live Auftritt via Leinwand ist jetzt nicht soo
meine Vorstellung meiner schlaflosen Nächte.
Bei großem Andrang eine durchaus realistische Entfernung
Resümee: Es war trotz allen Umständen noch ein tolles Festival, wenngleich sich das Breeze kontinuierlich sein eigenes Grab schauffelt, in dem es einfach zu sehr versucht das Neue Wacken Süddeutschlands zu werden. Es wird immer teurer was die Ticketpreise angeht, die Getränkepreise finde ich nicht wirklich moderat sondern darüber – die elende Ausrede, andere Festivals sind noch teurer hat in meinen Augen keine Gültigkeit, ist ja immerhin kein Wettbewerb darum schlechter als andere zu sein! Essenspreise sind gesalzen und ob der Qualität ebenso frech, (3,50€ für ein kleines Eckchen Pizza – da ist sogar Pizza Hut ein Discounter dagegen) – Merchstände hatten oft gleiche CD’s wie am Party.San nur 1-2€ teurer. Toilette war natürlich ebenfalls teurer: 1,50€ für Kacken, 2,50€ für Duschen … bei mangelnder Sauberkeit sogar noch unverständlicher. Das Festival wird mir zunehmend zu groß, zu ungemütlich und zu überlaufen von allen möglichen Vollidioten. Es zeichnet sich eben zunehmend eine Tendenz ab, welche mir missfällt und traurig ist. Damit möchte ich nicht die großartige Leistung des Teams dahinter oder der Bands schlecht reden, aber es gibt inzwischen andere Festivals welche in meinen Augen besser sind.
Das Ragnarök Festival hat sich als Auftakt schon zweimal bewährt, mit dem Party.San sich ein im direkten Vergleich überlegener Kontrahent gemeldet.



Nächstes Jahr ist In Flames bestätigt. Eine Band welche ich unbedingt noch live sehen möchte, ich befürchte nur leider jetzt schon zu wissen, neben wem ich so alles stehen könnte und inwiefern ich den Auftritt nicht in Ruhe verfolgen werden kann. Nüchtern betrachtet – was ich erstaunlich oft war – haben sich genug Impressionen angesammelt um ein alles vernichtende [Hate]-alusicore auf die Beine zu stellen. Ich bin auf die Bandbestätigungen im Dezember gespannt… mal schauen ob ich mir noch ein viertes mal Breeze gebe.



Grußliste… beim Breeze erfahrungsgemäß immer recht lange, ebenso erfahrungsgemäß proportional kleiner je länger das Event in der Vergangenheit liegt und wirklich NIE komplett:

Gruß natürlich zuerst wie immer an die wundertolle Caro, in vollkommen willkürlicher Reihenfolge ebenso an hoppla-den-kenn-ich-ja Ivo, den aus Prinzip am Breeze nicht anzutreffenden Alex aka Cherum, der-der-immer-seine-Mail-Box-an-hat Chris aka lange Internetbekanntschaft MadEye, seine ganze Zelttruppe, die mehr oder weniger komplett oder doch nicht Badenser welche sich von ihm und ihr („Finger weg. Meine Freundin“ *bitchfight*) angezogen fühlten. Den komischen Holländer oder Belgier oder irgendwas in-der-Faust oder was auch immer ich mir merken sollte, sowieso an alle Typen welche mich wie immer gewohnt anmachten (Ich hab nen Bart Jungs? o.O) -  Flo und die ganze Trinkspielrunde (sry ich kenn inzwischen eure Namen nicht mehr aber dafür noch ein paar unserer Regeln xD) , Manuel und sämtliche Cat und Hexenhausbekanntschaften die ich irgendwo aufgabelte, Anika, Katatoniatyp in der ersten Reihe irgendwas mit M?, Andreas, „Habt ihr da nen Bembel?!“ – Typ, die netten, direkten Stuhlspendnachbarn ebenso wie die netten Flyer-gegen-kühles-Bier-tausch-nachbarn und ähhh  … ach scheiß druff + alle die ich vergessen hab, was leider sehr viele sind. Waren ursprünglich 20-40 Namen die mir um die Ohren schwirrten… und ja… :demenz: =o



Das erste Bild ist der offiziellen Summer Breeze Homepage entnommen. Rest wie gewohnt selbst geschossen.

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