Freitag, 23. Juni 2017

+++ Du liebst nicht den Rock, sondern den Kommerz +++

Naja - um was wird es sich wohl drehen, diese verspätete Neuigkeit - ich hatte aber eine coole Idee, dazu später mehr - bei der ich vor Entrüstung nicht mal wirklich einen kreativen und gleichzeitig Informativen Einfall für die Schlagzeile hatte?

Klar, um Kiss Bassisten Gene Simmons. Das Kiss größtenteils auch aus rein kommerziellen Aspekten gegründet wurden, ist ja längst kein offenes Geheimnis mehr, spätestens seit der Ankündigung vor einigen Jahren, Livekonzerte mit Doubles absolvieren zu wollen, sollte doch noch der größte Fan endgültig wütend seinen Blindenstock in die Ecke gepfeffert zu haben.

Vorab klar meine Position, Kiss ist mir nicht unbekannt, einige Sachen kennt man auch so - aber wirklich vertieft habe ich mich nie in ihr Schaffen, schlicht und ergreifend bin ich wohl auch zu jung um zu sagen, dass sie mein Leben geprägt haben, bzw. das ist relativ, die Scorpions haben es irgendwie ja schon doch auch, aber wie auch immer - die Band war mir nie wirklich wichtig, aber es gibt nunmal unstreitbare Klassiker, welche man problemlos und gerne mal hören kann und mag.

In meinem Zwiespalt von - "ich muss jede neue Richtung und jede neue Band, jedes neue Album aufsaugen" und "aber was ist mit den ganzen Klassikern, den Urvätern, ich muss die auch alle kennen" - was unmöglich(!) je zu erreichen ist, stand Kiss unweigerlich ebenfalls mal zur Dispossition, eine Zusammenstellung von mehreren Alben, damals vor 8, 9, 10 oder mehr Jahren im Galeria Kaufhof oder Müller, oder was auch immer es war. Grundsätzlich ist dieses Interesse schon noch vorhanden, aber ich habe inzwischen absolut keine Lust mehr auch nur einen Cent für diese Band auszugeben, was für einen unermüdlichen Käufer und Sammler die Höchststrafe ist.

Ist es für mich auf der einen Seite absolut unverständlich, warum und wie man auf ein Konzert gehen mag um eine gestellte Playbackshow dargeboten zu bekommen, gehört es für mich zur Selbstverständlichkeit des Rock'n'Roll, der Rockmusik, dem Metal und allem drum herum. Konzerte müssen live, laut, authentisch und von mir aus auch dreckig sein, verschwitzt und lebendig. Kompletter Kontrapunkt sind da rhytmische Bewegungstänze zu Konservengedudel, klar mag eine als solches konzipierte Veranstaltung, "Disco" genannt davon ausgenommen sein, da erwarte ich ja auch genau so was, zahle aber auch nicht den bedeutend höheren Eintrittspreis um eben die "echten Stars" vor mir zu haben. Stellvertretend Doubles einzusetzen ist also ein absolutes No-Go und hat nichts mit einem Live Konzert, noch eben den obig erwähnten, von mir sehr geschätzten Musikrichtungen zu tun.

Ich hasse die Überhöhung eines Lebengefühls, weil es oft zur reisserischen, plakativen Posse wird, insofern setze ich meine Worte bedacht und mit einem leichten, aber noch kontrollierten, innerlichen Zucken bei dem Wort, aber genau das ist es halt dann eben nicht. Das ist kein echter gelebter "Rock" - ich kürze es auf diesen Begriff zusammen, ich mag es auch nicht wenn alles immer als "Heavy Metal" zusammengefasst wird, aber ich denke ich hab hier schon mehr als genug glaubwürdige Äußerungen getätigt um zu beweisen, dass ich zur Differenzierung fähig bin und inhaltlich im Fach recht bewandert bin, aber ich will jetzt nicht jedes mal sämtliche weiteren, ähnlichen Genres aufzählen müssen; und - um den Korinthenkacker zu spielen, war Kiss ja auch nie Metal oder dergleichen.
Nein das ist es einfach nicht, da mögen noch so heldenhaften und relevanten Alben und Geschichten die Entwicklung geprägt haben, damit vertritt man einfach nicht mehr das, was man vielleicht unter Umständen auch maßgeblich mitschuff. Das muss nicht schlimm sein, stilistischer Wandel kann auch eine Weiterentwicklung und ein Fortschritt sein, aber rein musikalisch ist dies ja nicht erfolgt, man verkauft immer noch die gleichen paar Schuhe und da finden wir auch schon unser Stichwort, verkauft! Es geht hier nur um den Verkauf, mehr Umsatz, mehr Geld.

Finanzieller Erfolg ist per se nicht schlecht und ich finde jede Band, die ernsthaft Zeit, Geld und ihr Talent darin investiert, hat sich ihren finanziellen Ausgleich verdient, aber genau das passiert hier ja eben nicht mehr. Das Geld wird nur damit verwendet ein Double zu bezahlen um sich als etwas auszugeben, was mehr Geld einspielt. Das ist nicht mehr echt, das ist noch erbärmlicher und niveauloser als Pop-Playback-Possen, es ist alles nur noch eine teuer verkaufte Illusion ohne relevante Substanz, jede Coverband ist da eigenständiger und glaubwürdiger, weil sie immer noch sich selbst treu ist.

Das zu Einen, zum Vorwort - es ist schon ein wenig eskaliert, ich gebe es zu - aber den Faß endgültig den Boden ausschlagen tut es der schäbige Versuch, ein weit verbreitetes Erkennungszeichen der Szene für rein finanzielle Zwecke patentieren zu lassen, der berühmten Pommesgabel, bzw. hier die seltene, komische Abwandlung mit abgespreizten Daumen.

Dieses Symbol ist schon wesentlich älter als Gene Simmons, noch wird er es erfunden haben, auch wenn er es gerne von sich behauptet, aber solch ein eklantantes und vollkommen "freies" Symbol an sich reißen zu wollen um die eigentlich eh schon prallen Taschen noch weiter zu füllen OHNE auch nur selbst weiter konstruktive und kreativ tätig zu sein, ist an Dreistheit kaum zu überbieten.

Er wird wahrscheinlich damit scheitern, zumindest wünsche ich mir das uns allen - aber damit hat er sich selbst unwiederruflich aus meinem Blickfeld geworfen und damit eindeutig gezeigt was er schon lange nicht mehr ist, ein Teil der "Szene", jemand, der diese Musik aus ihrer selbst liebt und schätzt. Jemand der das tut, würde sowas nicht tun.

Abschließend zu meiner Idee, ich bin leider kein Grafiker was ich gleich gemerkt habe als ich meine handgepainteten Entwürfe kommentarlos über den Jordan schickte, aber am liebsten würde ich mir genau dieses Symbol in weiß auf schwarzen Grund zeichnen und groß in zwei Zeilen dazuschreiben:

"Ki$$ my Aᛋᛋ/Ass Gene"

Würde ich mir auch als T-Shirt drucken und tragen, wenn ich es hätte designen können. Naja, dann halt nicht - gebt mir wenigstens Probs wenn das mal jemand umsetzt.


PS: Ich mach mal was ganz verrücktes,ich füge mal sowas wie eine Quelle an die mir nicht gänzlich unsympatisch ist *Jubel*
https://www.golem.de/news/urheberrecht-gene-simmons-will-sich-die-pommesgabel-schuetzen-lassen-1706-128444.html

Montag, 29. Mai 2017

# Reingehört # Blitzurteil: Mai 2017 Spezial

Nochmal eine kurze Mammutausgabe und ihr habt sie euch auch verdient ob der langen Wartezeit, wie auch letzten Monat hat es mit Ersteindrücken leider nicht mehr viel zu tun, ich bin noch gut 1 Jahr im Verzug, aber kurz zusammengefasst mal wieder ein paar mehr oder weniger nette Scheiben, die ich so euch vielleicht schmackhaft oder von abraten kann:


W.A.S.P - Wasp

Es ist nicht meine Zeit und auch nicht ganz meine Musik, dennoch war ich über die zweite W.A.S.P. Scheibe welche ich mir nun mehr zu Gemüte führte positiv überrascht und ich komme nicht umhin, die Band als eine der besseren des Hair/Glam Metal Genres zu bezeichnen. Klar ist die Musik scheiße eingängig, aber sie hat einen Charme und ein Feeling, welches eben heutzutage so kaum bis gar nicht mehr vorhanden ist. Es klingt ungezwungen frisch und alt zugleich und wirkt so nostalgisch-zeitlos. Hört am besten einfach selbst rein, erwartet keine spielerische Großtaten oder emotionale Ausbrüche, dafür authentisch gemachte Musik, zur Abwechslung kann ich mir das durchaus mal hie und da geben. 3/5

Saxorior - Saxot

Von diesem absolut nichtssagendem Cover habe ich ehrlich gesagt absolut nichts erwartet und mich innerlich schon auf einen Tiefschlag eingestellt, umso erfreulicher, dass dem nicht so ist und war. Geboten wird eine überraschend eigenständige Mixtur aus melodischem Black und Death Metal. Mit GRAVEWORM oder CATAMENIA würde ich das nur bedingt vergleichen, aber grob diese Richtung sollte eingeschlagen werden, eben auch mit Keyboard aber ohne den klischeehaften Kitschtümpel, in dem viele Formationen gerne versinken. Sicherlich ist da noch Luft nach oben, aber das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen und ist vor allem bei der nicht vorhandenen Erwartungshalle eine positive Überraschung. Bei der Langzeitwirkung, welche eigentlich schon gegeben ist, bin ich aber noch nicht ganz sicher, wie mein Urteil ausfällt. Es ist eigentlich nichts dabei, was ich skippen würde, im Gegenteil stelle ich mehr ein anerkennendes, achso, ja die fest und höre zu, habe von mir aus aber auch nie das zwanghafte Bedürfnis, mir da was nochmal anhören zu müssen. Wird sich zeigen, aber dafür ist ja auch die Detailkritik da. 4/5

Uruk-Hai - Cirith Ungol

Oh weh, das ist eine Band von der ich fast Albträume bekomme und welche mich wahrlich verfolgt, was bei dem immensen Output der 1-Mannband leider gar nicht so unwahrscheinlich ist. Nach zwei in meinen Augen sehr durchwachsenen und mauen Veröffentlichungen, welche ich beide möglichst schnell verkaufte, ein Todesurteil! - wagte ich mich an diese Veröffentlichung, welche ich nun leider auch schon drei (3!) Mal in meinem Besitz weiß. Kurz zusammengefasst, wir haben hier EIN Lied nur drauf, EIN verdammtes Lied, welches eine Spielzeit von über 50 Minuten vorweist und vielleicht, wohlwollend betrachtet 5 gute oder annehmbare Minuten vorzuweisen hat, während der Rest aus zähen, belanglosen, sich monoton, ewig lang wiederholenden Ambientkram handelt, welcher technisch, nicht mal ansatzweise auf ein auch nur irgendwie begeisterndem Niveau sich befindet. Es passiert einfach nichts, es gibt keinen Spannungsbogen, keine geile Melodie, kein wirkliches Highlight, es ist vertonte Belanglosigkeit. Ich habe NULL Motivation das Lied anzuhören, warum auch? Ich weiß genau, dass ich über 50 Minuten einfach so gut wie nichts geboten bekomme, warum sollte ich mir das antun? Warum hat man das nicht wenigstens in Abschnitte unterteilt. Es gibt ja kurze Brüche, wo man wunderbar ein anderes Lied hätte starten lassen können, was leider ungemein vielfältiger klingt, als es am Ende ist, aber nein - nichts. Man kann es nur am Stück hören und das macht leider keinen Spaß. 0/5 !

PS: Man kann nichts gänzlich zerrissen ohne es besser zu machen oder zu wissen wie es besser geht, letzteres weiß ich aber. Ich will die Band nicht mal gleichsetzen, das hat sie nicht verdient, aber wie man gekonnt Stimmung erzeugt und spannend mit weit gegriffenen Ambientelementen arbeitet zeigen TREHA SEKTORI. Ich werde hier abschließend auch ein Video verlinken, welches es wert ist angesehen zu werden, da die 1-Mannband das ganze auch sehr stark, abstrakt und visuell in Szene setzt. Das muss man nicht mögen und verstehen und erst recht nicht, aber das ist Kunst, das hat Substanz und keine komplett entseelte, nichtssagende Scheibe, von der möglichst viele im Jahr unters Volk gebracht werden sollen. Da hat ja sogar meine Band mehr Sinn, die zwar auch niemanden gefällt aber auch genau diese Intention sich auf die Fahne geschrieben hat, den Menschen auf den Sack zu gehen, weil das im Gegensatz zu Uruk-Hai etwas wesentliches im Menschen weckt und sei sie auch noch so negativ, Emotion!




Cradle Of Filth - Nymphetamine

Diese Band habe ich ehrlich gesagt, aufgrund ihres aufgesetzt, bösen, übertriebenem Image ehrlich gesagt nie ernst genommen. Das kann man sicherlich von vielen Schwarzmetalkombos behaupten, aber wer in seinem Refrain "Lalala" singt ist bei mir ganz unten durch, das passt absolut gar nicht und disqualifiziert den ganzen mord-, blut-, und sexgeilen Videoclip. Welcher das war weiß ich nicht mehr, aber Cradle habe ich leider nie wirklich ernst nehmen können.
Daran ändert dieses Album nur bedingt etwas, mir ist die Stimme viel zu hoch und schrill und die ganze, rein musikalische Inszenierung viel zu klischeehaft und überladen. Selbst DIMMU BORGIR, um welche ich aus ähnlichen Gründen schnell einen weiten Bogen machte und ihnen das Attribut "Black Metal" aus elitär-trvem Blickwinkel absprach, sind da glaubwürdiger. Das Sprichwort weniger ist mehr, trifft hier leider sowas von zu. Es gibt gute Ansätze, aus denen man wirklich etwas machen könnte, die eine authentisch, mächtig-böse Erwartung schüren um es dann Soundwriting mäßig dermaßen an die Wand zu fahren, so wie wenn man nachts von lautem Gebelle erschrickt und sich ängstigt, bis der kleine Schoßhund ersichtlich wird. Und auch hier will ich mal konstruktiv meckern, wer sowas in der Art mag, sollte sich an HECATE ENTHRONED halten, die kommen auch aus England, gibt es fast genauso lange schon und schaffen es die Wirkung nicht überzustrapazieren, d.h. hören die auf wo man aufhören muss um noch glaubwürdig zu sein. Hätten durchaus das Potential gehabt an der Stelle von Cradle zu stehen. Vielleicht hilft dieser Post auch ein wenig dazu. 3/5

Katatonia - The Fall Of Hearts

Ich nehm ein wenig Spannung vorweg, 5/5 und versuche das auch möglichst neutral kurz zu schildern ohne den Fan aus mir sprechen zu lasse, auch wenn ich daran schon im nächsten Satz scheitern werde. Katatonia sind aber ohne Zweifel Meister der Melancholie und schaffen mit diesem Werk einen riskanten, aber gelungenen Spagat. Nachdem die Entwicklung weg vom Metal zunehmend im progressivem Rock inklusive Akkustikausflügen mündete, kehrt hier endlich wieder etwas Härte zurück und knüpft an glorreiche "Viva Emptiness" und "Great Cold Distance" Zeiten an ohne aber die Entwicklung hin zum vielschichtigeren, rockigeren Sound außen vor zu lassen, selbst die Akkustiktrommeln sind zum Teil vertreten. Das ganze ergibt ein schwer zugängliches Werk, welches auf dem ersten Blick gefallen, aber sicher nicht sämtliche Details preis gibt. Hier gibt es viel zu entdecken und entsprechend fordert das Album auch vehement Zeit und Raum ein, was aber auch belohnt wird. Dabei schafft es Katatonia mehr nach OPETH zu klingen als Opeth selbst und dabei trotzdem noch sich selbst treu zu bleiben mit unverkennbaren Trademarks, nicht zuletzt dem überragendem Gesang Renskes. Ausdrückliche Empfehlung, ohne Frage - mit ein Album des abgelaufenen Jahres!




Donnerstag, 25. Mai 2017

Darmstadt Destruction – 20ter Mai 2017 @ Goldene Krone, Darmstadt



Wie leite ich diesen Bericht gebührend ein? War er irgendwie kraftzehrender Höhepunkt meines einwöchigen Urlaubs, verdienter Abschluss eines grandiosen, verlängerten „Du-hast-Geburtstag-lass-dich-überraschen-und-verwöhnen“-Wochenendes und nicht ganz punktegenauer, sondern um knapp drei Wochen vorgezogener Nostalgietrip, hier haben wir uns kennen gelernt, lass uns doch mal wieder zusammen dorthin gehen, so wie damals vor einem Jahr. Mit vollem Programm: Kneipe, Rockybar, Disco und Konzert im Saal, möglichst ungezwungen. Generell lange nicht mehr hier gewesen, Ende Juni 16 zuletzt, aber geändert hat sich nicht viel, der Kicker oben ist neu und kostet 50 Cent, früher war es meines Wissens umsonst, aber da möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen für. Aber lässt sich immer noch gut bespielen und drei gewonnene Partien waren ein guter Egopush, bevor alles erst anfing, und ja – das musste ich erwähnen, konnte ich mir nicht verkneifen.

Neben meiner Freundin stieß Domi später noch hinzu, absolut nicht seine Musik, aber dennoch tapfer geschlagen. Meine leider auch nicht gänzlich, erwartet hatte ich auch ehrlich gesagt nicht sonderlich viel, zu viel gesehen in letzter Zeit, zu zweitranging das Geschehen auf der Bühne und die bloßen Schlagwörter Death und Thrash allein müssen noch nichts heißen. Eine Band davon habe ich scheinbar davor schon mal gesehen, wie die nachträgliche(!) Recherche ergab, aber ist mir leider offenbar nicht in Erinnerung geblieben. Und wurde an dem Tag auch nicht besser, aber erst mal chronologisch aufgeschlüsselt…

Roots of Unrest
Den Auftakt bildeten Roots Of Unrest, schafften es aber noch nicht wirklich, den Funken überspringen zu lassen, trotz mehrmaligen Animierens. Die Band wirkte nicht unsympathisch, aber hatte dennoch nicht die notwendige Strahlkraft. Musikalisch war es sicher kein Reinfall, aber konnte nicht wirklich hervorstechen und verfing sich so im Durchschnitt. Der versprochene Groove hat mir definitiv gefehlt, Melodien konnten sich nicht im Ohr festbeißen und auch gesanglich tangierte es nur, zu wenig Akzente, nicht sonderlich aggressiv, emotional, dynamisch oder mitreißend. Mehr Mut für Ausreiser kann ich nur empfehlen, mit irgendwas sollte man da hervorstechen um wahrgenommen zu werden, dafür ist das Genre viel zu überlaufen.

Nochmal Roots of Unrest, ich hab wie gesagt
an dem Abend kaum Bilder gemacht,
Videos kann ich wie gewohnt mit
unverhältnismäßiger Verspätung nachreichen,
aber mein Internet ist gerade eh nicht das beste
Bei Bloodgoat hatte ich schon mehr Zugang, diese kamen zielgerichteter auf den Punkt, auch wenn mir nicht alles gefiel, die doch sehr deutliche und klare Thrashausrichtung war zwar in der Darbietung nicht falsch, aber ich bin nur bedingt ein Thrashfan. Trotzdem war ich jetzt ohne Zweifel warm gelaufen und generell herrschte mehr Bewegung vor der Bühne. Darmstadt war aufgewacht.

Das Problem dabei ist und war nur, dass ich mich ab jetzt nur bedingt noch an Details erinnern kann. Ich bekomme nicht mal mehr die Reihenfolge auf die Kette, ob zuerst Profet oder Lunatic Dictator aufspielten. Ich meine es war so rum, könnte aber auch anders gewesen sein. Dass ich nach der zweiten Band aufhörte zu fotografieren und Filmen war auf jeden Fall keine so prickelnde Idee, grundsätzlich aber ein gutes Zeichen, weil ich offensichtlich besseres zu tun hatte. Profet waren auf jeden Fall die mit der Frau, die mir bisschen vertrackter und grooviger erschienen, Lunatic Dictator waren hingegen mehr anarchisch und roher. Zwischendurch pendelte ich mehrfach zur Bar oder Toilette, zur Freundin oder verabschiedete Domi und hatte auch mit den Bands meinen Spaß, aber es war nix umwerfendes. Wenn dort von hinten bis vorne nur Bretter gespielt worden wären, wäre ich sicherlich nicht so oft auf Wanderschaft gewesen. Dem angetrunkenen Zustand war es angemessen unterhaltend, aber die stille Hoffnung auf eine unbekannte Überfliegerband erfüllte sich nicht. Nett und ganz okay sind leider ziemliche Arschlochformulierungen, aber bis nach Hause bin ich leider nicht gerückt.

Stattdessen ging es erstmal in die Disko zu Trash-Pop, diesmal nur ohne „H“, nicht ganz unwichtiger Unterschied. Aber meine Güte war die Bude voll, das war vor einem Jahr nicht ganz so extrem, tanzen konnte man so nur bedingt. Irgendwann nach drei gingen wir raus um entsetzt festzustellen, dass sämtliche McDonalds Filialen im Umkreis von mehreren Tagesmärschen bereits geschlossen hatten, weswegen wir einen Döner speisten, draußen bleiben wollten aber ob der Kälte wieder in die Disko sind – zum rasten und warten.

Nachdem jeder kurz vor 5 Uhr rausgeworfen wurde, begann der lange Marsch zum Bahnhof, welcher diesmal aber so irre schnell war um nochmal warten zu müssen, so wie damals. Lange Rede kurzer Sinn, kurz nach 7 Uhr und mit Hilfe eines „gemütlichen“ Taxifahrers, schlugen wir endlich daheim an um den halben Tag zu verschlafen. Was für ein Akt, man wird alt…
War soweit ganz cool aber reichte nie im Leben an damals heran und musikalisch hatte ich mir mehr erträumt, schade – aber ich bereue nichts…

Grüße an Annalena und Domi.

Dienstag, 16. Mai 2017

Mai-Update

Langsam wie fast schon erkaltetes Lava kriecht die Umstrukturierung vorwärts, langsam aber stetig und zäh ist die Arbeit. Selbstverständliche komme ich nicht so schnell voran wie ich es mir wünschen würde, aber hie und da konnten ein paar Kleinigkeiten erledigt werden.

Die Einkäufe / Beta - Box ist wie angekündigt verschwunden und passend zu den CD-Einkäufen in die Reviewübersicht umgezogen, die Daten sind momentan leider nicht aktuallisiert und ausgewertet, aber das wird mit der Zeit noch kommen.
Ansonsten sind die CD-Einkäufe nach stundenlanger Kleinstarbeit wieder auf aktuellem Stand. Die Idee das ganze im Footer einzubinden finde ich zwar nach wie vor gut und transparent, bzw. dynamisch - aber ist mir ehrlich gesagt dann doch zu viel Arbeit. Aber die Übersichtsseite ist auf jeden Fall keine statische Angelegenheit.

Momentan versuche ich die Lücken in der Konzertübersichtsseite zu stopfen. Diese war stets chronologisch gehalten, aufgrund einer leider sehr unregelmäßigen Berichtserstattung folgten aber einige Lücken welche mit "[...]" angedeutet wurden. Diese sollen alle gänzlich verschwinden, unabhängig ob der Bericht schon vorliegt oder nicht. Aber rein was die Übersicht anbelangt, brauche ich eine zuverlässige Auflistung. Da ich inzwischen nicht nur auf Metalkonzerte gehe und auch dort nicht immer alle vorliegen, muss ich mich zwingend wieder auf meine Übersicht verlassen um nicht den Überblick zu verlieren. Das wird noch eine Weile dauern, zumal es eine äußerst mühsame Arbeit ist - dabei schau ich auch noch nach alten Konzertplakaten, welche ich gerne eingangs des Berichtes einbinde - aber ist langfristig das nächste Ziel.
Alles was noch nicht eingetragen ist, ist selbstverständlich in roter Farbe gekennzeichnet, verdeutlicht aber auch mal das bislang scheinbar imaginäre Dilema, wenn ich immer sage, ich komme kaum mehr hinterher.

Nachdem es seit Monaten auch die Möglichkeit gibt, exakte und genaue, sowie offizielle Zahlen zu den last.fm Jahrescharts zu beziehen, will ich auch hier nochmal sämtliche Daten von Anfang an neu aufsetzen. Die abenteueriche, händische Methode war im Vergleich dann doch nicht genau genug und von wesentlich mehr Arbeit durchzogen.

Idealerweise schaffe ich es auch noch irgendwann mir die Zeit zu nehmen um ein kleines Intro für meinen Youtubekanal zu erstellen und die Videos etwas "sanfter" einzubinden, evtl. Übergänge, das Beginnen und Enden zu optimieren. Ein Hochglanzkanal wird es definitiv nicht werden, aber handwerklich da bisschen besser zu sein kann nicht schaden. Aber definitiv habe ich inzwischen sehr viele, unbearbeitete Videos auf der Festplatte liegen, welche einen Konzertbericht 1A flankieren könnten.

Noch nicht allzu viel Handlungsspielraum gibt es bei der Seen Live Liste, ist diese doch stark an den erschienenen Reviews gekoppelt, aber auch da herrscht seit gut 3 Jahren Stillstand und ich will auch hier wieder etwas Bewegung haben und aktuell bleiben bzw erst wieder werden.

Was soll also die Kernaussage des Ganzen sein? Auch wenn sich vordergründig nicht allzu viel tut, stelle ich im Hintergrund die Weichen um weiter kompakter, übersichtlicher und zielgerichteter zu sein und die obigen Menüpunkte aktuell zu halten. Ich will erst wieder ein geordnetes Fundament haben, auf welches ich aufbauen kann um dann mit möglichst wenig Mühe regelmäßigen Inhalt wieder liefern zu können. Die obigen Links sollen aber mitnichten tote Platzhalter sein. Wenn schon keine neuen Posts kommen, muss der Rest organisch und dynamisch bleiben und Vorfreude auf später bieten. Hoffentlich gelingt mir das, aber ich bin optimistisch dies mit mehr Struktur auch zu schaffen.




Freitag, 5. Mai 2017

Der RAPort 2017 - was geht dieses Jahr

Ich will erneut einen Versuch wagen, nachdem ich diese Kategorie letztes Jahr aus privaten Gründen vorzeitig abrechen musste, versuche ich es dieses Jahr erneut, diesmal nur etwas kleiner. Das VBT ist mir dieses Jahr zu seltsam aufgebaut mit seinem Bundeslandcontest und ein Blick auf die Anzahl der Qualifikationen erschlägt mich schon jetzt, das ist mir momentan einfach zu viel und leider nicht ganz realistisch das zu stemmen.

Ich konzentriere mich dieses Jahr einzig und allein auf das JBB welches mit 16, maximal 32 Teilnehmern ein kleineres Teilnehmerfeld hat und die Anzahl der Videos so hoffentlich stemmbar ist. Mein Internet ist momentan leider mehr so Glückssache, daher habe ich allein Quantitativ schon gar keine Lust mich heuer mit dem VBT oder sonstigen, kleineren Nachwuchsbattles zu beschäftigen.

Das JBB finde ich, wie letztes Jahr schon erwähnt nicht unkritisch, was u.a. auch an der Selbstdarstellung von Julien liegt, aber um ihn soll es ja auch nicht gehen sondern um die teilnehmenden Künstler und da hat er, muss man ihm lassen, durchaus ein Händchen für attraktive Teilnehmer.

Die Frist für die Einreichung der Qualifiaktionen ist bereits abgelaufen und ich bin gespannt wann es los geht und hoffe, ihr freut euch ebenso darauf, auch wenn es thematisch mal etwas anderes ist. Aber ich bin vielseitig und verliere den Fokus dennoch nicht aus den Augen. Bis bald...

Dienstag, 11. April 2017

# Reingehört # Blitzurteil: April 2017 Spezial

Hallo,

von Ersteindrücken oder dergleichen kann jetzt sicher keine Rede mehr sein, ich habe hier noch eine Liste an Bands bzw. Alben abzuklappern, welche ich seit fast einem Jahr schon höre, sowas wie Ersteindruck hört sich einfach falsch an und nach so einer langen Zeit komme ich mir auch ein wenig blöd vor das "stell-dir-mal-vor-dass"-Spiel zu spielen und irgendwelche vagen Prognosen abzugeben, wenn ich doch schon weiß, wie die Musik einschlägt. Weil's jetzt so lange gedauert hat, zur Entschädigung ein kleines Päckchen mehrer Veröffentlichungen mit kurz gefasster Meinung oder Empfehlung:


Saturnus - Saturn in Ascension
Wer auf melancholischen und amtosphärischen Death/Doom steht hat Saturnus höchstwahrscheinlich schon längst auf der Liste, einer dieser wenigen Bands, von der man sicher sein kann, nicht enttäuscht zu werden. Ich hatte sie damals über die geniale Veronica Decides to Die kennen gelernt und mich dann rückwärts in die Vergangenheit getastet. Schlech war da nichts, aber selbiges Werk hatte die Messlatte ganz weit oben festgezimmert. Saturn in Ascension kommt dem sehr, sehr nach. Vielleicht sind es nostalgische Gründe, warum Veronica bei mir immer noch die Nr. 1 bleibt, aber auch hier haben wir alle Erfolgszutaten. Von abgrundtiefen Growls bis hin zu zarten Spokenwordpassagen, das Album ist dynamisch, sehr emotional und braucht sicher seine Zeit - aber bietet dafür auch so unglaublich viel, 5/5!

Arkona - Slovo
Die Russen von Arkona sind wieder so eine Band, welche ich früher wesentlich mehr gefeiert hätte. Ich war nie der ganz große, reine Paganfan - mit einer schwarzmetallischen Schlagseite okay, aber nur so fröhliches Rumgehüpfe war mir zu wenig. Ganz so schlimm ist es hier nicht, aber auch der Exotenbonus (das ist ja eine Frau die hier so schreit) zieht bei mir nicht mehr gänzlich. Auch ist es nicht die erste und einzige Band welche ich höre, welche auf russisch singt - aber egal. Schlecht ist gehörtes denn mitnichten, nur war meine verzerrte Erwartungshaltung höher und es ist nunmal kein Album welches ich in Dauerrotation hören würde. Wenn es gerade gespielt wird, registriere ich es annerkennend, mehr aber nicht. Dafür greift es zu wenig bei mir, auch wenn es abwechslungsreich gestaltet ist und die Mischung zwischen glockenklaren Klargesang und Growls prinzipell spannend ist. Auch die Einbindung ortstypischer Folklore finde ich gut, sagt mir in dem Fall aber nicht ganz so zu. Schade. 3/5

Die Antwoord - Donker Mag
Eine der durchgeknalltesten Bands welche ich kenne und dabei auch eine der spannendsten. Das südafrikanische(!) Duo wirbelt die internationale HipHop-Szene gehörig auf und zeigt, was alles möglich ist, wenn man sich von engen Scheuklappen befreit. Die Musikvideos sind von verstörender Häßlichkeit kaum zu überbieten und werden dennoch schmerzbefreit mit einer Ernsthaftigkeit vorgetragen und gelebt, dass es einen Annerkennung abzollt. Auch wenn das alles nur gespielt und Image sein sollte, was ich nicht mal glaube, es ist im höchsten Maße authentisch, tabulos und revolutionär. Die extrem hohe und piepsige Stimme von Yolandi ist sicherlich anstrengend aber auch ungewohnt, dabei irgendwo zwischen einem vordergründigen devoten Rollenbild, einer verdeckten radikalen Aufmüpfigkeit und einer unheimlichen Grusligkeit einzuordnen, welche nur davor warnt näher zu kommen. Aber auch Ninja hat einen unglaublichen Flow, welchen er auch ohne Beat in verschiedensten Akzenten jederzeit on Point bringt. Und wenn nicht, ist es dennoch Zef. Dazu gibt es stellenweise knüppelharte Technobeats, aber nicht in dem Maße, wie sich das jetzt liest. Das hier ist was ganz, ganz, ganz eigenes. Unbedingt mal reinhören. 4/5

Rapido - Messias
Bekannt wurde der Rapper aus Darmstadt durch seine Teilnahme am JBB bzw. JMC und wurde lange als Geheimfavorit gehypt, kam allerdings nie ins Finale oder dergleichen. Von vielen als Kolle Verschnitt kritisiert, ist ab vom leider doch zutreffenden Klischee ein hungriger Doubletimer hier am Start, welcher für ein Debüt hier schon sehr routiniert seine Lines kickt. Die Hooks haben defintiv Ohrwurmfaktor und viele Elemente bleiben definitv hängen und haben das Zeug sich als Markenzeichen zu etablieren (ra-), dennoch finde ich, muss er seinen Weg noch finden. Er hat viele gute Vergleiche und Lines, ist thematisch dann aber doch noch recht limitiert und Quoten 9-Mile Storys a lá "Mama hatte keine Geld, musste Staubsaugerbeutel klauen" wirken leider unfreiwillig komisch. Hat er eigentlich nicht nötig, dafür ist er zu gut und geht gut und offensiv nach vorne raus. Kann man aber wirklich gut hören (auch beim Pumpen). 4/5

Svarta Faran - Demo 2016
Auf einem spaßigen Konzert verschenkte die sympatische Band ihre Demo-Cd. Von einer Demo erwarte ich natürlich nicht so viel wie von einem fertigen Album, vor allem wenn ich es für umme bekommen habe, wäre es vermessen gigantische Erwartungen zu besitzen. Denn leider kommt die Stimmung auf der Cd nicht ganz so rüber, wie eben auf dem Liveauftritt Sowas ist natürlich selbstverständlich immer der Fall, aber gerade diese Liveatmosphäre hat der Musik gut getan. So bleibt es leider eine recht graue Angelegenheit, prinzipell nicht schlecht, aber der Funke springt nicht über. Weder der rar aber effektiv gesetzte Flöteneinsatz oder mehrstimmiger "Chor" erreicht die gleiche Intensität und so bleibt es eine recht mittelmäßige Angelenheit aus der Paganecke. Aber ist eben auch nur eine Demo, Live war schon besser, Hoffnung darf zurecht bestehen. 2/5

Donnerstag, 16. Februar 2017

CD Einkäufe 2017

Auch heuer gibt es wieder die Liste aller Listen - aber ich denke und hoffe, die wird dieses Jahr echt mal wieder bisschen kürzer.

Legende wie immer:

Band neu in meiner Musiksammlung Album noch nicht bei Musik-Sammler.de eingetragen
Nicht fett markierte Namen sind ab jetzt Heftbeilagen, welche aber - sofern Heft mitgekauft wurde, nicht in die Summe miteinfließen, da sie nur Zugabe und nicht Primäraufwendung sind!




Into Coffin - Into A Pyramid Of Doom

Secrets Of The Moon - Stronghold Of The Inviolables
Make A Change... Kill Yourself - Fri
Lifelover - Dekadens

Lifelover - Pulver

Sargeist - Satanic Black Devotion

Nocturnal Depression - Spleen Black Metal

Mortifera - Vastiia Tenebrd Mortifera

Forgotten Tomb - Obscura Arcana Mortis: The Demo Years
Forgotten Tomb - Songs To Leave (X)

Welicoruss - Welicoruss

Vardan - From the Pale Moonlight

Raven - The Murder Sessions
Grossstadtgeflüster - Muss Laut Sein

Arch Enemy - Rise Of The Tyrant
Portishead - Third
Portishead - Portishead

Khoma - The Second Wave

Various Artists/Sampler - 50 Party Hits

Almah - Fragile Equality / Almah
Kamelot - Silverthor
n

LEA - Vakuum
Alex Mayr - Gut Gegen Böse EP (X)

Clawfinger - Use Your Brain
Limp Bizkit - Chocolate St★rfish And The Hot Dog Flavored Water
Lost Inside - Cold Days

Various Artists/Sampler - Journey to the End
Todgeweiht - Der Krieg Gegen Das Kreuz

Nycticorax - Anima Tenebrarum

Various Artists/Sampler - Beyond Universe - A Journey Through Atmospheric Dark Arts
Asenheim - Asenheim

Ketelens' Brukke - Graeueltaten / Memories Of Life
(doppelt in Sammlung)
Shadowdream - Part Of The Infinity
(doppelt in Sammlung!)
(X)
Uruk-Hai - Cirith Ungol
(dreimal in Sammlung!!) (X)

Drauggard - Da Nobis Tenebras
Uruk-Hai - In Durins Halls (Return To The Mines Of Moria)
Eismond - Behind The Moon We Are Looking Into The Distance
Kontra K - Labyrinth

Slash - Featuring Myles Kennedy And The Conspirators World On Fire
Dream Theater - Dream Theater
Candlemass - Death Thy Lover
Portishead - Dummy (X)
Carpathian Forest - Black Shining Leather
Fenfire - Rubikon
Tiamat - The Astral Sleep
Deathspell Omega - Veritas Diaboli Manet In Aeternum: Chaining The Katechon
Helrunar - Baldr Ok Íss
The Ruins Of Beverast - Blood Vaults (The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer)
Deep Purple - From The Setting Sun... (In Wacken)
[Sampler] VA - The Birth Of Rock'n'roll
Insomnium - Since The Day It All Came Down
Insomnium - Winter's Gate





Summe: 323,99€



 

Freitag, 10. Februar 2017

# Reingehört # Blitzurteil: Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree

2016 war in vielerlei Hinsicht ein beschissenes Jahr, politisch, menschlich, musikalisch - genau genommen kann sicher jeder für sich etwas schlechtes als Beispiel heranziehen und muss sich dennoch die Frage stellen lassen, so darauf fokussiert - ist nicht jedes Jahr irgendwie schlecht? Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass einige inzwischen etablierte Größen von uns gegangen sind oder schwere Schicksalschläge verkraften mussten und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ergab sich aber auch die Chance aus Musik mehr als Kunst, etwas Exestenzielles zu schaffen und größer gedacht, ein unglaublich intensives Spannungsfeld zu kreiieren.

Der Bogen mag weit geschlagen sein, nicht alles ist direkt miteinander vergleichbar, aber an und zwischen den Verknüpfungspunkten, den Perspektivwechseln ergibt sich ein großes Ganzes. Angefangen bei David Bowies "Blackstar", Nick Caves "Skeleton Tree" und endend mit Leonard Cohens "You Want it Darker" hatten wir ein unheilvolles Triumvirat, welches auch weltweit große Beachtung fand. Gehört habe ich bis dato noch keines davon, physisch fehlen tut mir bislang nur Cohen, bei welchem ich aber davon ausgehe, dass er mir am wenigsten von den dreien gefallen wird. Die meiste Hoffnung stecke ich ehrlich gesagt in Bowie, gegenüber Nick Cave war ich recht neutral und offen.
Spontan könnte ich als Pendant, bezogen auf die Thematik Communic mit "Bottom Deep" dazwischen werfen, aber das ist irgendwie eine andere Baustelle, gefühlt. Sicherlich nicht das passendste Wort, aber "Liga" wirft gleich mit qualitativen Erwartungshaltungen um sich. Ein nicht wirklich statthafter und sinnvoller Vergleich. Wie anmaßend wäre es Trauer zu werten?

Die Hintergrundgeschichte ist mir im Groben bekannt, den Film habe ich nicht gesehen, die Kritik hingegen schon und habe sie zum Teil auch nachvollziehen können, vorallem auch die negative über den Umgang, daher war und ist mir Authentizität wichtig. Ich hoffe nicht zu voyeuristisch oder gar sadistisch zu klingen, wenn ich mich gefühlt im Leid und Kummer der Menschen labe, aber mich faszinieren Extreme. Ich bin ein radikaler Dramaturg, um etwas zu bewegen muss die Sache auch weh tun, nicht nur aufrütteln sondern verstören, aber nicht seiner selbst Willen - zumindest nicht vordergründig oder nicht ohne Metaebene oder einer Überdosis Nihilismus. Ich bin der Meinung in vielen Bereichen Erfahrungen am Limit des Ertragbaren gehört, gesehen und vielleicht auch gemacht zu haben, nicht alles und allwissend - aber rein musikalisch denke ich, kenne ich mich mit künstlerisch vertretbaren Extremen aus.

Nach dem ersten Durchgang konnte das Album in meinen Augen auch nur grandios scheitern, meine Erwartungshaltung war utopisch hoch angesetzt und das fragile Album schon vorab zerbrochen. Das Album ist nicht nur fragil, es ist auch minimalistisch in der Instrumentierung - gewüscht hätte ich mir hingegen mehr Disharmonie, mehr Dilentantismus. Authentisch ist es, Nick Cave blutet ohne es nötig zu haben, seine Wunden zu zeigen. Ob deswegen keine Lyrics beiliegen? Stört mich hingegen aber eher, gerne hätte ich währenddessen mitgelesen, die Relevanz schien mir das Album vorab schon gehabt zu haben, um mir diese Zeit zu nehmen.

Dieser Text ist tatsächlich während und nach dem ersten Durchgang entstanden, be- oder ergriffen habe ich selbstverständlich noch nichts, der Umfang und die Tiefe wird erst im sich mehrmals gebrochenen Echo zeigen. Substanz ist auf jeden Fall da, wie viel wird sich zeigen. Überflüssig dem Ganzen selbstklärende Attribute wie melancholisch, niedergeschlagen, depressiv anzuheften - es ist aber nicht erschlagend, kann es vielleicht auch gar nicht sein, muss es nicht mal zwingend. Ich hatte nur einen wesentlich tieferen, emotionalen Erdrutsch erwartet, ja ihm sogar entgegengefiebert. Dafür fehlt mir aber noch ein wenig die persönliche, mich betreffende Identifitkation. Vielleicht erfährt man diese in Gänze auch nur als Elternteil mit der undenkbarsten, schmerzlichen Erfahrung. Vielleicht will ich es dann auch nie ganz erfahren müssen.

Aber ich denk es wird noch größer werden, sich hoffentlich festbeißen und festkrallen und seine spitzen Dornen in die Herzen schlagen. Blitze? Irgendwie unpassend...


Samstag, 28. Januar 2017

Winter's Gate European Tour 2017 – 12ter Januar @ Colos-Saal, Aschaffenburg



Die Hinfahrt bewies, dass Autofahren auch 2017 Krieg ist und ernsthaft Beziehungen gefährden kann, wenn auf der Strecke die falschen Parkhäuser auftauchen, oder entgegen der Aussage des Navis Fußgängerzonen oder generell und überhaupt wenn der Beifahrer sich Null um die Streckenorganisation gekümmert hat, sich dabei aber recht sicher ist und als es kritisch wird noch lässig Sätze dropt wie „kurz vor dem Ziel verfahr ich mich da eigentlich immer“. Mea culpa – der Held des Abends war ich…

Wolfheart
Nachdem die Gemüter beruhigt waren und vom richtigen Parkhaus der richtige Ausgang gefunden wurde, startete das Ganze auch gleich schon von 0 auf 100, denn die erste Band stand schon auf der Bühne und spielte fleißig schon ihr Set runter. Leider war dies Wolfheart welche mir als zweiter Akt tausendmal lieber gewesen wären. Nicht nur, dass ich den Auftritt dann auch in Gänze gesehen hätte, sondern auch weil mir ein sicherer Treffer als direkter Anheizer für den Headliner stimmungstechnisch geschickter schien. Denn das Wolfheart was kann, war mir vorab auch ohne auch nur einen einzigen Song zu kennen klar, immerhin steckt da niemand geringeres dahinter als Tuomas Saukkonen (BEFORE THE DAWN, BLACK SUN AEON, DAWN OF SOLANCE und etliche Beiträge als Gastmusiker). Der Frontmann hatte aber nicht nur ein beeindruckendes, musikalisches Spektrum im Rücken sondern ist über die Jahre selbst zum Tier mutiert, was für eine machtvolle Erscheinung! Geboten wurde epischer Melo-Death der ganz großen Schule mit viel Atmosphäre, Spielfreude und wuchtiger Energie. Das ging größtenteils wunderbar ins Ohr und war eingängig, zum Glück aber dabei nicht blind berechenbar oder wie tausendmal woanders gehört, sondern hatte einen ganz eigenen Charme – passte aber perfekt zu INSOMNIUM, Fans davon sollten definitiv hier auch ein Auge drauf werfen, auch wenn der Sound insgesamt ein weniger rauer daher kommt.


Barren Earth, man sieht den Pathos
ja leider schon auf einem
Blick...
Als zweite Band stand dann Barren Earth auf den Brettern und leider stellte sich der Auftritt als genau das Loch heraus, welches ich gar nicht hätte entstehen lassen wollen. Barren Earth machten einige kapitale Fehler. Zuerst feierte der Sänger sich übertrieben selbst, wirkte bei den Growls aber unglaublich gepresst und eintönig. Da war keine Tiefe, keine Spannung, keine Abwechslung und spätestens nach zwei Liedern hatte man sich an den Growls satt gehört und vor allem chronologisch flankiert von den Sängern von Wolfheart und Insomnium wurde da ein riesiger Klassenunterschied offenbart. Seine Cleanvocals waren okay und wesentlich spannender und passten durchaus in die doomig angehauchten Parts, womit wir schon beim zweiten Fehler wären. Was zur Hölle wollt ihr überhaupt spielen, zwischendrin schimmerte ja fast schon klassische Epic Doom Atmosphäre durch, dann wurde Death Metal aufgetischt und zwischendurch irgendwelche Spielerein eingebaut, die weder zum einen noch zum anderen passten. Falls dies der „Psychadelic“ Einfluss sein sollte den ich irgendwo aufgeschnappt hatte, bitte streicht ihn. Und vor allem schafft klare und logische Übergänge und werft nicht einfach so alles durcheinander. Das wirkt nicht mal progressiv sondern leider überwiegend chaotisch. Und auch sonst fehlten den Songs oft die Spannung, eine gesonderte Melodie oder sonstige Attraktivität. Oft war das einfach wirr oder sogar stinklangweilig, da halfen auch die guten Ansätze nicht, weil sie sich eben in der ganzen Chose selbst nie irgendwie fanden. Schade und leider noch schlimmer als erwartet, warum auch immer ich davon ausging, dass eine Band sicherlich nicht so gut sein wird. Vielleicht war aber auch nur der Auftritt nicht sonderlich gut, als ich im Nachgang mir einige Lieder auf Youtube zu Gemüte führte, waren die angesprochenen Probleme zwar immer noch in den Grundzügen vorhanden, aber es klang schon mal besser. Wie auch immer…

Insomnium
Tzzz, dann sind deine Fotos halt besser geworden...
Merchstand <3
Denn dann kamen Insomnium welche ich nun mehr zum sechsten Mal live sehen durfte, auch wenn ich hier erstmal lange Zeit kein Lied von kannte, was wohl auch daran lag, dass sie ihre neuste EP „Winter’s Gate“ spielten, welche ich mir erst kurz danach zu eigen machte, aber bislang noch immer nicht die Gelegenheit hatte, in selbige reinzuhören. Die bandtypischen Trademarks waren dennoch unverkennbar, nur gefühlt ausladender und epischer, was aber auch der zu Grunde liegenden, großen Rahmengeschichte geschuldet sein dürfte, zugleich aber auch passend ist.



Danach wühlte die Band erfreulicherweise mal ganz tief in der Schatzkiste und ließ sämtliche Nackenhaare beim Intro „The Gale“ und dem anschließenden „Mortal Share“ zu Berge stehen. Schön auch mal diese alten Lieder wieder zu hören, welche mich damals mit der Band vertraut machten. Es müsste danach nochmal ein Lied von jenem Album gespielt worden sein, aber ich bemühte mich jetzt nicht die Recherche über setlist.fm zu betreiben. Insgesamt wurde aber eine abwechslungsreiche Show geboten, welche verschiedene Stationen der Bandgeschichte bediente und nicht nur Dank der überragenden Liveperformance die Ausnahmestellung der Band unterstrich. Insomnium ist in meinen Augen die ungeschlagene Referenz im vielschichtigen, melancholischen und melodischen Melo-Death, ich kenne keine Band welche da auch nur irgendwas toppen kann und dieses hohe Niveau halten sie schon seit Jahren zuverlässig. Zwar hätte ich gerne noch „Daughter oft the Moon“ in der Setlist gehabt oder „Lose to Night“, aber letzteres hätte mich sicherlich emotional zerrissen, so sehr hatte die Band mich durchaus an der Angel. Zum Abschluss deckten wir uns antizyklisch am Merchstand ein und nutzten die „noch“ leeren Toiletten um uns auf eine, dann überraschend reibungslose Heimfahrt zu begeben.

Grüße gehen raus an Annalena, danke für deine Geduld undduwusstestdochaufwasdudichdaeinlässtundsogrummel…

PS: Ich versuch mal die ganzen Videoausschnitte einigermaßen ordentlich zusammenzuschneiden, zu drehen, überblenden oder was auch immer und am Stück mal hochzuladen und zu posten. Das kann unter Umständen ewig dauern, aber ich wollte es mal zumindest angekündigt haben #ungerendert

Freitag, 13. Januar 2017

Das wird sich ändern...

... gänzlich zufrieden bin ich nicht mit dem Layout, die rechte Seitenleiste ist eigentlich viel, viel zu lang, beziehungsweise die geposteten Beiträge zu kurz um dies zu kaschieren, evtl. werfe ich die "CD Einkäufe / Gehört - BETA Test" komplett raus und versuche sie irgendwie in die CD-Review Seite zu integrieren, die Labels sind auch noch nicht ideal bzw. auch nicht wirklich vollständig, ich hatte vor längerer Zeit angefangen sämtliche Beiträge von Anfang an in einer Chronik zusammen zufassen, aber genau genommen ist das ziemlich überflüssig und doppelt gemobbelt, dafür habe ich ja extra das Blog-Archiv eingeblendet.

Aber die Bloginterne Linkliste ist endlich wieder da und entschlackt, zwei Zeilen Links waren dafür viel zu viele und viel zu lang. Die jetztigen werden auf jeden Fall permanent Bestand haben, da es eben dauerhafte Themenschwerpunkte sind bzw. bei der Navigation helfen sollen. "Wer macht das" und "Gästebuch" war aber alles ziemlich überflüssig, auch temporäre Aktionen sind rausgeflogen und werden nur noch angezeigt, wenn es gerade aktiv ist. Bringt ja auch nix, wenn ich da auf Dinge verlinke, welche ich vor Jahren mal für ein paar Wochen gemacht habe und dann aus Gründen wieder eingestellt hatte. Das Ganze soll übersichtlicher und relevanter sein. Solche Aktionen wird es bei Gelegenheit auch weiterhin geben und sie hatten zu ihrer Zeit auch ihre Berechtigung, aber im Sommer hängt ja auch niemand Weihnachtssterne ins Schaufenster. Das Ganze wird man zukünftig entweder über die Labels, das Blog-Archiv oder eben über die interne Blogsuche finden. Momentan sind auch alle Aktionen beendet bzw. auf Eis da ich momentan weder Interesse noch eine Notwendigkeit sehe, diese wieder anzufangen oder fort zu führen.

CD-Reviews sind auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, weil ich mir da jedesmal 2-3 Stunden mindestens am Stück Zeit nehmen muss um alleine und ungestört selbige zu verfassen, was bei mir momentan nicht möglich ist und ich auch keine halbgaren Sachen auf Teufel komm raus posten will.

Vorläufig wird es vielleicht ein paar Konzertberichte und #reingehört Posts geben, warum ich das doppelt gelabelt hatte ist mir heute durchaus ein Rätsel aber das werde ich wenn dann langfristig rückgängig machen, das ist einfach zu viel Arbeit mich jetzt durch Dutzende Posts durchzuwühlen.

Die Vorlage hat mir auch nicht mehr ganz gefallen, ich wollte wieder einen etwas dunkleren Touch um aber auch optisch zu verdeutlichen, dass sich hier wieder etwas ändert.

Vielleicht nicht das erste Mal, aber wichtig sind nicht die Anzahl der Pausen und Neuanfänge, sondern eben, dass man es doch immer wieder schafft sich aufzuraffen und symbolisch aufzustehen und weiterzumachen. Vom typischen Blogzyklus betrachtet wäre dieser nun schon mehrfach gestorben und dürfte eigentlich gar nicht mehr existieren, aber ich richte meine Maßstäbe nicht an den Mainstream. Dieser Blog bidert sich nicht an und soll für und aus dem Untergrund sein und dabei so ehrlich und authentisch wie möglich. Nicht mehr und auch nicht weniger. Das war mein Ziel 2011 als ich ihn ins Leben rief und das ist auch mein Ziel für 2017, welches hoffentlich eine Trendwende einleitet und nicht mit so beschissenen Sachen dazwischen funkt wie die letzten beiden Jahren. Auf 2017... !