Dienstag, 13. August 2013

Metalfest Open Air Germany 2013 – 20ter Juni @ St. Goarshausen (Loreley) – Teil 1/3



Links den Wald entlang kam man her, wie man
leider nicht ganz so deutlich sieht war der ganze Parkplatz
am Hang.

Lasst euch berichten was sich zugetragen an jenen legendären Tagen! Die Anreise verlief ideal, zwar leicht verspätet da ich mein Gepäck etwas unterschätzt hatte, aber dafür reibungslos. Der Navihalter feierte ein gelungenes Debüt und so wagte ich mich nun mehr zum zweiten Mal vollkommen alleine auf ein wildfremdes Festival. Nach ein paar zügigen Autobahnwechseln, verlief die Route gemütlicher dem Rhein folgend und wahrlich ohne Stau oder dergleichen. Ohne Navi wäre ich wahrscheinlich schon etwas mehr aufgeschmissen gewesen, da ich eigentlich bis wirklich kurz vor Ziel kaum Schilder sah – da man aber vorwiegend einfach der kurvigen Straße folgen musste, bzw. gar nichts anderes konnte, hält sich dieses „Versäumnis“ wirklich in Grenzen.

Mein kleines Zelt der Unschuld in der Mitte
Merke: Bauzaun!
Noch in der Anfahrtsschlange wurde man auch gleich zweimal(!) zur Kasse gebeten was ich schon
Der Hang des Todes!
Er sieht sooo niedlich aus, aber er lügt...
mal ziemlich uncool fand. 5€ Müllpfand sind ja noch okay – bekam man auch mit praktisch leerem Sack wieder zurück, alles andere hätte mich auch nur tierisch aufgeregt, weil wie zur Hölle soll ich als Einzelperson auch einen 50 Liter Sack vollbekommen ohne mich wirklich wie die letzte Umweltsau zu verhalten? – 15€ Parkgebühr fand ich hingegen schon mal scheiße!

Da zahlt man 79€ für ein 3-Tages-Ticket inkl. Camping, darauf noch 7,90€ Bearbeitungsgebühren, Kommission oder was auch immer – evtl. noch um die 7€ Versand weil der Veranstalter natürlich in Österreich sitzt (ein E-Ticket hat mir aber vollkommen gereicht,
ich mein 14 Mark!!) und soll dann noch mal 15€ Parkgebühr blechen? Unschönes Ding und irgendwie fühl ich mich da ein bisschen wie mit dem typisch Kleingedruckten übers Ohr gehauen und das schon vor Beginn des Ganzen? Meiner Meinung nach, sollte das schon inklusive sein oder klarer deklariert werden, an die 35€ Zusatzkosten halte ich nämlich für ein Unding, ist immerhin fast die Hälfte des Ticketpreises.

(Mit Bildern jetzt so ein langer Post, da setzt ich jetzt mal ausnahmsweise einen Jump Break)



Gerade aus zum Campingplatz und dort links hoch zu mir,
rückwärts Richtung Bühne, rechts die Merchstände welche
man auch ohne Eintritt erreichen konnte, Rest im Infield.

Die Einweisung zum Parkplatz war dann abenteuerlich, denn es ging erst vor kurzem ein ordentlicher Wolkenbruch runter und hatte die schräg hängende Wiese zur Rutsch- und 
Schlitterpartie gemacht. Ergo: „Im großen Bogen einlenken, gerade halten und nicht bremsen sonst rutscht du seitlich ab oder bleibst stecken.“ Mit Absperrbändern war die „Einfahrt“ aber klar gekennzeichnet und mit ein wenig fahrerischem Geschick, war auch diese Fahrt erledigt. Die große Frage – bau ich mein Zelt auf oder lass ich es die erste Nacht im Auto und schlafe dort, immerhin war ein großes Unwetter gegen Abend angekündigt – schien sich somit schon erledigt zu haben, es hatte den Anschein als hätte sich dieses verfrüht ausgetobt.
Die Aussicht war auf jeden Fall grandios, nur für Wettervorhersagen taugten die Berge ringsum nicht wirklich, wie im Laufe des Festivals ersichtlich wurde.

"Jesus lebt" oder dergleichen Quotentrottel
mit nicht nachvollziehbaren Motiven dürfen auf
keinem Festival fehlen, im Hintergrund der Eigang
zur Rodelbahn.
Der Sound hingegen war toll, zwar sah man vor dort oben nicht mal ansatzweise die Bühne, akustisch hingegen vernahm ich
Feuerschwanz schon einwandfrei. Nachdem ich also schnell mein Zelt aufgeworfen hatte und erste Kontakte knüpfte, machte ich mich auf den Weg um die Bühne zu finden.

Der erste Blick auf die Bühne...
Direkte Hauptwege gab es nicht überall, den Berg hinunter war noch klar und selbstredend – ab da führte rechts ab ein Weg in eine Sackgasse und so musste man sich querfeldein durch die Zelte schlagen. Anfangs gab es ganz links dem Zaun entlang größtenteils noch Möglichkeiten zu laufen, im Verlauf des Festivals wurde dies aber alles geschickter weise mehr und mehr verbaut.


Von den Toiletten an ging es rechts noch ein gutes Stück, wobei die Bändchenausgabe um einiges vorgelagert war. Inzwischen spielten Witchcraft welche erst neulich den Auftritt im Steinbruch absagten, verpasste aber auch sie komplett und nahm sie nur unterschwellig wahr.
Hier als Kritikpunkt – nur eine Schlange! Eine halbe Stunde Wartezeit ist bei einem Festival dieser doch überschaubaren Größe sicherlich vermeidbar.


Unterdessen bemerkte ich die Rodelbahn rechts vom Weg an, welche auch oben an meinem Zelt vorbei fuhr welches praktisch fast auf der maximalen Höhe stand und die verschiedenen Merchstände. Davon gab es ein paar wenige außerhalb des Zahlungspflichtigen Bereichs und ein Großteil innerhalb. Auf jeden Fall bestand auch die Möglichkeit ohne Eintrittskarten sich mit Essen, Trinken, CDs und Shirts zu versorgen. Als ich an die Bühne kam spielten schon bereits Equilibrium.

Hier live: Efibrilium (den Scherz konnte ich mir nicht
verkneifen^^) - merke: Man sieht etwas egal wo!
Eine Band bei der ich das subjektive Gefühl habe, dass sie ihre große Zeit irgendwie schon leicht hinter sich haben und ihr Zenit an Beliebtheit überschritten ist? Auf jeden Fall spielten sie zeitweise wirklich an jedem noch so großen oder kleinen Fest und waren etwas overhyped. Eine Zeit fand ich sie potenziell interessant, verloren aber schnell meine Aufmerksamkeit. Live Auftritte gingen meiner Meinung nach musikalisch in der Regel unter, weil penetrantes Gemoshe und Crowdsurfen tierisch auf die Nüsse ging und so…

… bot sich hier eine wunderbare Möglichkeit eben sich mal ausnahmsweise auf die Musik zu konzentrieren. Die Bühne hatte auf mich nicht diesen WOW-Effekt welchen ich erwartet hatte, aber sie gewährte von überall eine ideale Sicht. Dadurch, dass die Band in einer Art Senke spielte und die „Ränge“ aufsteigend waren, hätte man selbst als kleiner Mensch hinten locker über größere Menschen blicken können ohne sich soweit weg stellen zu müssen, dass man das Gefühl haben würde – irgendwie nicht so ganz dabei zu sein wie z.B. teilweise beim Ausruhen auf der Tribüne auf
Nochmals Equilibrium...
dem Ragnarök Festival. Ein ideales Festival für meine Freundin schoss mir sofort durch den Kopf, leider konnte sie nicht mitkommen. Die Steine waren anfangs total ungewohnt, praktisch ausgenüchtert unter der prallen Sonne auf schmalen Stufen bangen? Gewöhnungsbedürftig, gewöhnungsbedürftig aber sicherlich machbar. Mit Schuhgröße 40/42 hatte ich in der Regel vorne und hinten gut 10cm Platz. Breiter war aber nicht, ein fester Stand daher umso wichtiger. Moshen? Nix da! Crowdsurfen? Nix da! Schöner kann es doch echt nicht sein. *g*

Und musikalisch ging die Band auf und gefiel mir somit um ein vielfaches besser als damals 2009 – auch wenn damals die Wall neben bzw. sogar um mir kläglich versagte. Auch den Weggang des Sängers und Sympathieträgers hatte man meiner Meinung nach gut verkraftet. Die Band hatte sichtlich Spaß und war vom Anblick geflasht, was im Verlauf noch oft eine Reaktion der Künstler war. Sicherlich auch für diese interessant, theoretisch jeden einzelnen Zuschauer ausnahmsweise mal sehen zu können was sicherlich auch viel mächtiger aussah. Abzüglich der Eingewöhnungsphase der Standsituation, ein ordnungsgemäßer Auftakt!

Paradise Lost - Nahaufnahmen wurden leider ALLE nichts,
dafür sicherte ich mir hier schon einen guten
Platz für die nachfolgende Band


Auf Six Feet Under hatte ich ehrlich gesagt gaaar keine Lust und machte mich wieder auf den Weg zum Auto und wurde unterwegs mit einem sensationell originellem „Hey komm mal her. Willst was trinken?“ Spruch geködert, welchem ein unorthodoxem „Hast du Bier? Komm lass uns welches von dir holen“ folgte. Das mag in der Logik kurzfristig etwas quer sein, aber das war Jan und so fand ich „mein“ Camp des Festivals. Hier offenbarte auch der „kleine“ unscheinbare Berg seine Tücke. Er sieht nicht steil, hoch oder sonst was aus – aber er wird lang und länger mit jedem Schritt. Zäh wie Gummi und exponential steigend mit der Durchschlagkraft der sengenden Sonne, alkoholischer Getränke oder sonstigen natürlichen Hindernissen. Irgendwann brachte ich auch noch meinen Stuhl dort nach unten und eroberte mir einen Platz.



ICED EARTH - und los gehts... !!!
Paradise Lost wollte ich dann wieder sehen, unter anderem auch
um mir einen guten Platz für die nachfolgende Band zu sichern, wenngleich es hier relativ leicht war recht weit nach vorne zu kommen. Eigentlich noch leichter als auf dem Party.San mit dem Unterschied, dass man auch immer was sah! Auch das Vor- und Zurücklaufen war leicht, da der Durchgang vor den Stufen eigentlich immer frei war. Paradise Lost boten einen guten Auftritt, welcher aber im Schatten des phänomenalen Gigs in Frankfurt stand. Da war etwas mehr Stimmung und Party. Die Setlist war aber ebenfalls breit gefächert und bot alte, wie auch neue Hits. Ich fand es sehenswert auch wenn ich hörte, dass manch Besucher den Auftritt öde und immergleich fand. Aber darüber will ich mir nach zwei Livekonzerten noch kein Urteil bilden. War gut, aber schon mal besser.

Der inzwischen nicht mehr ganz so "neue"
Sänger Stu Block.
Für Iced Earth hatte ich mir die zweite Reihe bzw. erste Stufenreihe gesichert. Unten auf dem Boden war es vom Regen noch sehr nass und/oder pfützig und ein großer, angetrunkener und halbentblößter Vollspaten fand es total lustig diese Schlamm und Kiesscheiße immer wieder auf umstehende Personen zu werfen und ging auch sonst absolut nicht. Ich wäre gerne unten gestanden, aber da hätte mir das Konzert nicht wirklich Spaß gemacht und ich wäre unweigerlich an den Typen geraten. Und auch wenn ich sicher den Kürzeren gezogen hätte, ich hätte ihm ein Denkzettel mit den Stiefeln mitgegeben. Absolut asoziales, aufdringliches, nerviges und peinliches Möchtegerngehabe während meiner Lieblingsband. Trottel!
Masterchief Jon Schaffer

Aber wollen wir hier nicht Unfrieden säen, denn die Band und der Auftritt war einfach nur H-A-M-M-E-R! Alte sowie neue Songs, souverän durch gebrettert in einer 1A Performance. Stu schlug sich Wacker und konnte auch die alten Songs singen, ohne dass ich tränenerstickt Steine auf ihn werfen musste. Auch wenn ich nie wirklich ganz loslassen können werde, wenn nicht Barlow, dann Block. Einen besseren Ersatz hätte es nicht geben können. Zudem sympathisch und sehr energiegeladen. Und diesmal war ich auch, im Gegensatz zum Summerbreeze Auftritt 2012 auch wirklich, wirklich nah an der Bühne. War ich zwar 2011 auf dem Rock am Härtsfeldsee auch schon, aber
damals eben unter Barlow.

Näher als auf dem Steg ging echt nicht,
aber JEDES mal war da eine Hand... T_T
Nachdem auch das letzte Album wieder einen Schritt nach vorne gemacht hatte, bin ich echt gespannt wie sich die Band noch weiter entwickelt bzw. ob sie zu gewohnt alter Stärke zurückfindet und dies durch neue Akzente ergänzen kann. Potential dazu hätten sie auf jeden Fall. Lange Rede kurzer Sinn: ich war vollkommen durchgeschwitzt und bis zum letzten Nackenwirbel durchgebangt und stimmlich mehrmals im Einsatz gewesen, folglich gänzlich glücklich und musikalisch befriedigt. Getoppt hätte es nur noch dadurch können, wenn man per Knopfdruck störende Mitmenschen hätte entfernen können…


Hier "sang" ich noch, während Testament ähnliches tat
und sich im Himmel was zusammenbraute...
Doro? Neeeeein, das ist absolut nicht meine Baustelle – zurück zu Jan und Co. Stuhl war noch da (merken!) und die Stunden vergingen feuchtfröhlich. Gegen später wollte ich noch schnell was von Testament sehen, kam aber nicht wirklich weit. Wieder einmal ließ ich mich von der Seite anquatschen: „Kannst du lauter als die Hölle schreien?“ Ähhh nein, kann ich nicht. Ich kann nicht wirklich shouten, screamen, growlen oder sonst was. „Probier mal. Bitte, bitte“ und so weiter. Ich wollte einen gefürchteten >T3rr0rkr4ch< Guten-Morgen-Schrei raus hauen (Lied dazu hab ich leider bis heute noch nicht aufgenommen), traf aber leider nicht im Geringsten meine von mir etablierte Tonlage des Schreckens, sondern hatte plötzlich einen ultrahohen und vor allem langen Heavy Metal Schrei rausgehauen oder irgendetwas artverwandtes. Da das so toll war, durfte ich das noch viele, viele Male machen und mich gegen alle mögliche Umstehende duellieren, die egal in welcher Gesangstechnik selten überhaupt halb so lang den Ton halten konnten.



Das einzig scharfe Nahbild von Childrem of Bodom
War mit der Kamera bei Dunkelheit und der Lichtshow
leider sehr, sehr schwer was gutes zu erwischen...
Ich ging auch wirklich angeheitert ins Extrem und fühlte jedes Mal wie die Lunge sich mehr und mehr zusammenfaltete bis zum geht nicht mehr. Während ich nach zig lobender und gut zugeredeten Worten trotz „Ich hab doch nur einen Ton und in keiner einzigen Band wird immer 24/7 im gleichen Ton geschrien“-Dementis mir langsam gedanklich ausmalte, eine Gesangskarriere anzustreben, nachdem Instrumente mein Talent noch nicht entdeckt hatten ;p – entschied der Himmel sich zu rächen? Oder aber das angekündigte Unwetter doch noch runter zu hauen. So wurde der Baum unter dem dieser Gesangscontest statt fand schnell sehr kuschelig warm und eng. Und wie es pisste!!


... es hatte aber dennoch eine interessante Atmosphäre.
Warum es vielleicht doch gut war, nicht neben dem Zaun
zu schlafen, zumal der Wind in Zeltrichtung bließ!
Nach einer bestimmten Zeit war es dann auch egal, nasser konnte ich nicht mehr werden und ich wollte zurück ins Camp – wo aber kein Mensch mehr sichtbar war, schätzungsweise alle in Zelten verkrochen waren. Der Pavillon war komplett zertrümmert und bot auch keinen Schutz mehr. Als zumindest der Regen aufgehört hatte, schaute ich noch kurz bei Children of Bodom vorbei, welche zumindest mit einer schönen Lichtshow aufwarten konnten, was für unglaubliche Atmosphäre sorgte. Aber so nass reichten die 3-4 Lieder auch nicht mehr um mich so vollkommen zu überzeugen. Irgendwie war da die Ablenkung verständlicherweise größer. 

Im Camp war wieder niemand und ich beschloss mich Richtung meines eigenen Zeltes zu begeben. Da aber noch immer ein starker Wind wehte und ich auf dem Weg feststellte, dass reihenweise Bauzäune umgeworfen waren und mein Zelt dicht vor eben solchen stand – beschloss ich wie zuerst geplant, im Auto zu schlafen. Was eine nachvollziehbare Entscheidung war, welche ich aber am nächsten Tag trotzdem ein wenig bereute.

Videos zu den einzelnen Bands oder sonstige Bilder werden in den nächsten Posts nachgereicht, ebenfalls Direktlink zu Part 2 sobald erschienen!


Für Teil 2 bitte hier lang: Metalfest Open Air Germany 2013 – 21ter Juni @ St. Goarshausen (Loreley) – Teil 2/3 
Metalfest Open Air Germany 2013 – 22ter Juni @ St. Goarshausen (Loreley) – Teil 3/3

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen