Sonntag, 7. Juli 2013

Eric Fish & Friends – 09ter Juni 2012 @ Steinbruch Theater Mühltal



Bekannterweise ist Eric Fish Frontmann der Mittelalter/Rock/Folk/Sonstiges -Band Subway to Sally und ohne große Umschweife mal Butter bei die Fische – ich mag die Band nicht sonderlich und fand vor allem den Sänger unsympathisch.

Mir sei das Präteritum an dieser Stelle verziehen, aber ich glaube ich wurde damals in etwas hineingezogen, was ich nicht wirklich nachvollziehen und/oder verstehen konnte. Ich mag unschuldige 15 oder 16 Lenzen erlebt haben, da erfreute ich mich an der Spielmannskunst der holden Recken um In Extremo. Vor allem eines meiner Lieblingsspiele – Gothic mit dem exklusiven Ingame Aufritt im alten Lager – manifestierte ein ziemlich unumstößliches Bild der Band.

Kenne ich die Details der Rivalität bis heute noch nicht, kann sie mir heuer aber auch am Allerwertesten vorbei gehen – stieß ich mich damals aber doch sehr an der ziemlich überheblichen, arroganten und unfreundlichen Bemerkung Eric Fishs eben über In Extremo. Und damit war das Schicksal schon besiegelt und die Wurzel allen Übels aus heutiger Sicht geklärt.

Ob ich allein zu dem Konzert gegangen wäre, schwer zu sagen – eine gewisse Konzertgeilheit, komme was wolle – wohnte schon in mir, aber fast 20 Tacken auf den Tresen zu knallen für einen Sänger, den man nicht mag? Ich wusste von meinem Arbeitskollegen, dass er den Sänger hört und nach einigem hin und her beschlossen wir, natürlich absolut abhängig voneinander – doch hinzugehen. Zuvor hörte ich noch schnell in einen hastig gebrannten Rohling des neusten Albums. Mehr als 2 Durchläufe wovon einer mehr schlafend denn wachend in der Bahn gehört wurde, reichten dann aber grob aus um es zu wagen.

Da ich mit obiger Ausgangslage locker und offen umging und lancierte, baute sich natürlich noch ein gewohnt schlagfertiges und bissiges Umfeld auf, aber das bin ich ja von der Arbeit gewohnt und bleibt ja eigentlich im Grunde noch nett und nicht böse. Der Drohung Eric meine Grundhaltung natürlich maßlos übertrieben zu petzten, folgte somit zum Glück auch nicht die Tat.


Gelegenheit dazu hätte es aber zu genüge gegeben, dann überraschenderweise war der Bruch seit langem mal wieder nahezu ausgestorben. Ob es an der kurzfristigen Terminplanung oder woran auch immer lag, darüber kann ich nur mutmaßen. Aber wenn ich die zahlenden Besucher auf vorsichtig 20-40 einschätze, dürfte offensichtlich werden, wie leer es war.

Störend war dies hingegen nicht wirklich, auf der Bühne und im Raum waren Kerzen verteilt – scheinbar eingefleischte Fans hatten schon Decken mitgebracht und so saß man einfach gemütlich vor der Bühne auf dem Boden. Das war ungewohnt, aber schuf gerade umso mehr eine intime Atmosphäre, welche den ganzen Abend über anhalte sollte.

Der Auftritt lebte von der Stimmung und Atmosphäre, welche doch sehr heimelig und persönlich war, bot sich doch genug Gelegenheit zur Interaktion mit dem Publikum und da die 3 Freunde (Fisherman Friends – ich fand den Witz im Vorfeld echt knülle) ebenfalls auf Hockern saßen und nicht standen, traf man sich irgendwo in einer Zwischenebene. Die Ansprachen waren mal länger, mal kürzer – meist unterhaltsam, nachdenklich oder kritisch wie gleich die Lieder ebenfalls.


Da ich ein sehr aufmerksamer Hörer bin und mir Lieder eigentlich ziemlich schnell merken bzw. zumindest wiedererkennen kann, konnte ich auch sehr viele gespielte Stücke schnell dem Rohling zuordnen und ward nicht ganz ins kalte Wasser geworfen.

Im Gegensatz, fand ich den Auftritt live sogar noch um ein paar Ecken besser als auf der Scheibe. Neben der unschlagbaren Atmosphäre, welche so kaum in die eigenen vier Wände transportiert werden kann – beeindruckten mich am meisten die Momente, in denen alle drei auf einmal sangen. Das hatte deutlich mehr Tiefe, mehr Harmonie und gleichzeitig auch Wärme – eine Epik und…

Ja vielleicht wird es offensichtlich. Ich habe mich getäuscht und hätte mich um ein Haar von alten Vorurteilen fehlleiten lassen. Denn was der Auftritt garantiert war, war sympathisch. Mit Zugabe von leicht vergärten Getränken wurde auch die Stimmung lockerer, hier und da mitsummen, mitklatschen, schwelgen und sich in der Musik auflösen.

Und auch die Unterbrechung – der Auftritt war in zwei Parts aufgeteilt – konnte nicht aus dieser angenehmen Stimmung reisen. Ein wirklich gelungener Auftritt und Abend. ;)


Grüße gehen an Daniel :p
Und wehe du siehst da jetzt noch ein schlechtes Wort, da war die Wandlung von Saulus in Paulus ein Witz dagegen und wehe ich höre beim nächsten Mal überlegene Häme! =D

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