Montag, 10. Juni 2013

Kairos Tour 2013 – 15ter Mai @ Steinbruch Theater Mühltal



Alles sah nach einem gewöhnlichen Konzert aus, bis er einen grausigen Fund in seinem Schrank machte. So oder so ähnlich könnte eine x-beliebige Yahooüberschrift lauten und ganz so unangebracht wäre sie diesmal sogar nicht. Eine irrwitzig unwahrscheinliche Verkettung von Ereignissen ließ nämlich etwas in meinem Küchenschrank schlecht werden was ich natürlich gerade im Moment des Aufbruches bemerken musste. Während der ekelhaft riechenden Evakuierung verpasste ich so Purify womit wir uns dem Thema schon viel eher nähern.

Augenscheinlich ungewöhnlich war der verlegte Eingang durch den Biergarten bei gleichzeitiger Absperrung des Vordereingangs zur Nutzung der Fläche als zusätzlichen Aufenthaltsraum. Draußen standen schon etliche Menschen und drinnen, meine Fresse – war ja auch schon alles voll. Vergesst komplett alle Berichte über Orchid und Artillery, hier platzte wirklich alles aus den letzten Nähten und dabei stand erst Hammercult auf der Bühne.

Der Sound wirkte von außen schon unglaublich druckvoll und satt, sodass ich zuerst noch die vage Hoffnung hatte, dass hier vielleicht gerade erst was vom Band abgespielt wird und ich noch nicht so viel verpasst hatte. War dem aber nicht so und nachdem ich mir noch einen Weg durch kleine Lücken kämpfen konnte, entschied ich mich in weißer Voraussicht nicht den sicher nur kurzfristig bequemen Platz links außen zu sichern, sondern lieber ganz rechts Richtung Bar zu wandern. Dort am dritten Säulentisch hatte ich nur zwei Meter zur Neubestellung, sah trotzdem etwas und war dank Tisch vor wild-wogenden Meuten geschützt. Hammercult zogen ihren Auftritt routiniert und passabel durch, hatten teils richtig groovige Passagen aber war zu wenig Zeit um vollends darauf einzugehen, was durchaus schade war.

Und als Sepultura auf die Bühne kamen, verdichtete sich der Platz und Raum zu einem wahren Hexenkessel. Die erwähnten und praktischen zwei Meter zur Bar erstreckten sich auf eine lange gut 10-minütige Reise, der Gang zur Toilette wurde abwegig, gar utopisch und kategorisch ausgeschlossen. Jeder Zentimeter schien vollgestopft mit Menschen zu sein, die Vorwarnung lieber Karten im Vorverkauf zu erwähnen, nie war sie treffender als an diesem Abend und auch von altgedienten Besuchern, zu welchen ich mich garantiert nicht zähle, hörte man immer wieder den Satz, „so voll habe ich den Steinbruch noch nie gesehen“.

Und die Band nutzte die Situation perfekt aus, angeführt vom sehr sympathischen Fronter welcher ab und zu ein paar Sätze Deutsch einfließen ließ, wurde eine absolut energiegeladene Show geboten und nie waren die Trommeleinlagen authentischer. Denn wärmer, war es in Brasilien sicher auch nicht. Crowdsurfer und Moshpits waren zum Glück praktisch nicht vorhanden, dafür gab es einfach keinen Platz. Der Ruf nach einem Circle Pit aus dem Publikum wurde mit einem lachenden „Cirle Pit? Are you serious? You can’t even move.“ quittiert und bis auf ein paar penetrante Drängler und Schubser , welche ich zum größten Teil entschieden abwehren konnte, war das Publikum voll in Ordnung.

Gegen Ende verfluchte ich zwar jeden Tropfen des Weizens und harrte tapfer bis zum Ende auf meinem Platz, aber selbst das konnte den Abend nicht im Geringsten trüben. Hammergeiler Auftritt, toller wenn auch sehr schweißtreibender Abend!


PS: Grüße an Markus & Thomas? Bin mir da jetzt echt verdammt unsicher, die Definition von „feig“ – ach ihr wisst schon. :p
 

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