Freitag, 25. Januar 2013

+++ Heino, die Rocker und die „ZEITUNG“ +++



Was sahen meine müden Augen da, als ich gestern kurz um die Ecke steppte um ein paar Briefe bei der Post abzugeben? „Heino: Rockerkrieg um den Volksmusik-Star“ prangte fett auf dem Titelblatt der beliebten Zeitung mit dem Überschuss an Druckerschwärze. Ach du meine Güte, mein erster Gedanke. Hätte nie gedacht, dass der mal bei irgendwelchen Drogengeschichten den Hell Angels in die Quere kommt. Daheim gleich mal den Rechner angeworfen und dem Skandal hinterher gejagt.

Der angebliche Krieg entpuppt sich bei näherem Betrachten als ein höchst fiktiver, wahrscheinlich sogar fingierter Werbefeldzug für Heino, viel eher aber für die Schlagzeile des renommierten Blattes der Radikalrethorik. Stein des Anstoßes ist das schon bald, am 1. Februar erscheinende Album „Mit freundlichen Grüßen“. Wer hier nämlich einmal quer durch die Tracklist liest, wird ein andauerndes Déjà-vú erleben. Irgendwie hat man das alles schon mal gehört das „Haus am See“,  der „Junge“,  die „Sonne“.

Der wird doch wohl nicht etwa Peter Fox, Die Ärzte oder Rammstein und weitere gecovert haben? Und doch, genau das hat er. Gefragt hat er dabei nicht, was zwar die feine Art wäre – solange er nur covert und nicht neuarrangiert darf er dies aber. Die ZEITUNG sieht hier aber schon das Anfang vom Ende. Wüste Beleidigungen und knallharte Klagen gegen einen sich rächenden Heino. Jetzt sei er mal an der Reihe, nachdem man solange über ihn gespottet hatte.

Hollywood hat ebenfalls schon an der Tür geklopft, eine epische Schlacht soll daraus werden. Während Heino gegen den Rest der deutschen Sängerzunft  in einem perfekt inszenierten Schlusssong schmettert, sich schwarze Wolken vor den Mond schieben (Sonne ist schon doppelt belegt und stand daher nicht mehr zur Verfügung) rollt die letzte Bastion des Altersheim in Rollstühlen und mit Krücken bewaffnet gegen die schweren Jungs auf ihren Donnerrädern und in ihren Lederkutten!

Was für ein himmelschreiender Unsinn! Gar nichts ist an der Sache dran und die Titelseite größtenteils komplett frei erfunden. Rammstein haben sich unter anderen auf ihrer Homepage sofort von diesem Artikel distanziert. Die angeblichen Zitate wurden entweder wenig kreativ erfunden oder urkonservativen Kindern aus dem Mund genommen. Man muss die Aktion nicht gut heißen, aber derart zu überreagieren zeugt nicht gerade von sonderlich viel Reife. Und auf der Amazon Seite klingt die Produktbeschreibung und Begründung auch weniger infantil-albern wie die scheinbaren Beweggründe Heinos für dieses Album.

PS: Verlinkung zum Übeltäter nur deshalb, da man dort ein überraschend gut gelungenes Beispiel anhören kann. Verdient wurde diese Werbung kein bisschen, genauso wenig haben dies allerdings die Idioten auf Youtube, welche mit falschen Titeln Klicks abgreifen wollen. Daher lieber ein Link an die richtige Stelle, statt viele an die Falsche. ;)

Rammstein Statement:

Heino Album:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen