Donnerstag, 25. Oktober 2012

The Black Flag Tour 2012 – 23ter Oktober @ Mühltal Steinbruch



Nur keine Müdigkeit vortäuschen, das Pfeifen in den Ohren war erst seit einem Tag verschwunden, Nackenschmerzen noch akut vorhanden, da bahnte sich schon das nächste Konzert an! Diesmal zum ersten Mal gleich von Anfang an mit semi-professionellen Kopfhörern. Eben jene kostenlose Dreingabe, die es bei dem Summerbreeze dieses Jahr gab und welche scheinbar den Sound von Katatonia aus dieser Kurzdistanz genießbar machten.

Das es ohne Vorlauf direkt losging, dafür sorgte eine komplexe Stausituation, in der das Abschleppfahrzeug, welches einen liegen gebliebenen Bus hätte abschleppen sollen, einem Doppelbus den Weg versperrte welcher kompliziert rückwärts aus einer Kurve gefahren werden musste. Somit war tuXedo schon längst auf der Bühne und spielten ihr komisches Zeug. Das jemand mit Kuh- und Ferkelbilddeko und Blumenkästen nicht ganz ernst genommen möchte war offensichtlich. Das Schlagzeug klang kräftig, immerhin hatte man davon eineinhalb – die Kuhglocke hatte dagegen einen erstaunlich schwachen Klang. Als ich kurz auf die Toilette flitzte jodelte irgendetwas und damit war der Auftritt schon vorbei. Was ich davon halten soll weiß ich jetzt nicht so genau, aber ich glaub generell nicht, dass dies meine Musik und mein Humor gewesen wäre.

Die englischen Sold for Evil war die nächste Band und auch diese tat sich schwer. Nicht nur, dass der Platz vor der Bühne leider ziemlich leer blieb, auch der Sound wusste nicht durchgehend zu überzeugen. Spontan fühlte ich mich an vor 4 oder 5 Jahre zurückversetzt, auch damals tourte Ektomorf – damals zusammen mit Stuck Mojo und diese hatten durchaus Ähnlichkeiten mit Sold for Evil.
Während damals der Rapgesang der Vorband für mich schon abschreckend genug war um überhaupt hinzugehen, hatte ich heuer diesbezüglich wesentlich mehr Toleranz. Immerhin höre ich inzwischen auch Rap ohne einen Funken Metal. Hier hatte ich also beides, nur lag leider darin auch das Problem.
Passagenweise hatte das ganze schon seinen Groove und seine Qualität, (der sporadische Keyboardeinsatz war zum Beispiel recht gelungen) – auch der Sound knallte teilweise mit ordentlich Dampf direkt vorne raus und erinnerte mich an härteren, amerikanischen Nu-Metal Sound; ABER(!) – die Übergänge waren mehr Cuts denn fließend. Bevor oder kaum das man seinen Rhythmus gefunden hatte, gab es plötzlich einen abrupten Stimmungswechsel. Die Bezeichnung „progressiv“ wäre geschmeichelt, es war einfach unrund und machte es dem Hörer unnötig und viel zu schwer.

Lustigerweise traf ich unten auf der Toilette den Keyboarder/Sänger und unterhielt mich mit ihm und gab ganz ehrlich genau dieses Feedback. Es war ein offenes und sympathisches Gespräch, in dem er die Kritik ehrlich annahm und mir erklärte, dass sie eben nicht wie die obig erwähnten Stuck Mojo monoton ihr Schema von hinten bis vorne durchziehen wollen, sondern bewusst Abwechslung ins Songwriting einbringen mochten. Meine Anmerkung konnte er aber nachvollziehen, war auf jeden Fall ein tolles Gespräch und bei Ektomorf traf man sich des Öfteren vor der Bühne.

Davor kamen aber noch Privilege of Approval, welche wesentlich straighter vorwärts preschten. Bis auf wenige Parts konnte der kraftvolle Death Metal allerdings voll überzeugen, welcher zudem mit schönen Gitarrenleads auftrumpfen konnte. Hier tat sich nun schon mehr vor der Bühne und die Aufgabe des Anheizers konnte die Band mit Bravour meistern.


Aber kommen wir nun endlich zum Headliner und dem Grund des Besuches: Ektomorf!
Mein Hoch hatte die Band vor gut vier, fünf Jahren – weil sich die Musik prima eignet um der Welt den Mittelfinger zu zeigen. Allerdings fand ich das ganze nach drei Alben schnell lyrisch und spieltechnisch überholt, weil es mehr oder weniger die immergleiche Chose war.
Von den Alben nach „Outcast“ hab ich quasi keine Ahnung mehr, da mir die Alben in ihrer Entwicklung nicht mehr die Tiefe boten, welche ich inzwischen suchte. Live wollte ich die Band dennoch sehen und Donnerwetter, die legten los!
Der Sound knallte ordentlich aus den Boxen und fackelte nicht lange herum. Zwar waren anfangs viele neuere Stücke dabei, die ich eben noch nicht kannte, aber Eingängigkeit ist und war bei Ektomorf noch nie das Problem. Nachdem der jüngste Besucher sich auf der Bühne in Sicherheit bringen durfte, ging es auch schon los mit dem Gemoshe. Obwohl geschätzt nicht mehr als 50 Personen im Raum waren, war für ordentlich Action und Stimmung gesorgt. Zwar ging mir ein Chaot auf die Nerven, der permanent zu heftig in den Pit ging – ansonsten machte der Auftritt Spaß von vorne bis hinten. Die Band war sympathisch und hatte offensichtlich einen Mordsspaß und legte einen energiegeladenen Auftritt hin. Zwischendurch konnte bei akustischen Stücken Luft geholt werden, bevor es weiter ging. Die Zugabe wurde vehement eingefordert, ein „I guess you’re all tired now. You all have to work tomorrow“ wurde mit „Fuck Work“ gekontert und so wurde das ganze anständig zu Ende gebracht. Stimme heißer, Ellenbogen blau und Pulli nass – so wird gefeiert!

PS: Am nächsten Tag war der Nacken vieeeel besser als am Tag zuvor. Merke: Bewegung tut gut!

Grüße gehen diesmal an: Uli, Micha, Carinna/Christana/C? – sorry mir ist der Namen inzwischen total entfallen… , noch einen (T_T - *demenz*) und an den jüngsten Banger im Raum! Genau so weiter machen… ;)

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