Freitag, 13. Juli 2012

Feindbild Nr.#1- Die GEMA Teil III: „Persönliches Fazit“


Weil mich das Ganze doch erheblich aufhält, hoffe ich mit diesem Post endgültig alles gesagt zu haben und werde, wenn nicht – zwingend fehlendes nachreichen bzw. editieren.

Ich hab mich jetzt in Teil I mit dem Wert der Ware Musik befasst, in Teil II einige Kritikpunkte angesprochen und will es hier in Teil III für mich zusammenfassen und nochmals genau betonen, wo und was mich stört.

Ich sehe das jetzt mal ganz subjektiv aus meiner Sicht:
Mir ist Musik nicht nur etwas sondern sehr viel wert, daher hau ich so gut wie mein ganzes Privatvermögen auf den Kopf um mich mit CD’s, Shirts und Konzertkarten einzudecken.
Handle also aus finanzieller Sicht vollkommen im Sinne und Interesse der Künstler.

Dabei zahle ich jetzt schon beim Kauf einer CD und einer Karte GEMA Gebühren. Mit einer Erhöhung der Preise für Rohlinge und USB-Sticks wäre ich, sofern ich Interesse daran hätte, ebenfalls betroffen, vollkommen gleichgültig ob ich mir die CDs kaufe oder illegal lade.

Künstler verdienen inzwischen kaum mehr an CD Verkäufen, sofern sie kein Dauerparkschein in den Charts gelöst haben, sondern hauptsächlich auf Live Auftritten.

Bei dem undurchsichtigen und unfairen Geldverteilersystem der GEMA, schätze, befürchte, weiß ich praktisch schon – dass die Bands, welche ich gerne live anschaue, nicht wirklich die Gewinner dabei sind, ganz davon abgesehen, dass die erneute Preiserhöhung kultureller Mord ist!


Die Gefahr des kulturellen Mordes

Die Club und Konzertlandschaft in Deutschland steht damit nämlich vor einer erheblichen Krise. Die Annahme seitens der GEMA, dass es fair wäre, 10% vom Eintrittspreis zu verlangen und gleichzeitig davon ausgeht, dass pro qm eine zahlende Person erscheint und nach 5 Stunden der Spuck vorbei ist (sonst erhöht sich der Preis pro weitere 3 Stunden nochmals um 50%) – geht rasant an der Realität vorbei!

Die Clubs befürchten nun 5 bis 14 mal mehr GEMA Gebühren zahlen zu müssen. Diese können folglich wie üblich die Kosten an den Kunden weiterzureichen, wobei sicherlich niemand bereit ist das Zehnfache für Trinken zu zahlen oder aber eben schließen, sofern kein finanzieller Gewinn mehr abzusehen ist.

Und davon hat weder die GEMA, noch der Künstler was und am allerwenigsten ich, der eh schon brav seine CDs kauft und diese auch live sehen möchte!


GEMA = Zensur!

Was Videos auf Youtube anbelangt, verhält sich die GEMA ebenfalls selten dämlich. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Youtube bzw. deren Besitzer Google Millionen Gewinne haben, folglich liegt es nahe – das dieses Geld auch denen zu Gute kommt, welche das Medium Youtube unter anderem auch fördern und mit Material beliefern. Aber 1ct pro Klick ist eine abwegige und irrsinnige Summe, welche von der GEMA ursprünglich gefordert wurde.



Schaut man sich an, wie viele Klicks allein die berühmten Musikvideos haben, erreichen wir Summen welche sämtliche Krisenländer in der EU auf einen Schlag grundlegend sanieren könnten. Kein Wunder, dass da Youtube nicht mitmachen wollte und sofern es „günstigere“ Alternativvorschläge gab, diese ebenfalls gnadenlos überzogen waren.

Das jetzt sämtliche Videos gesperrt werden weil man im falschen Land lebt, ist keine Lösung sondern Zensur! Ich benutze Proxtube da ich es NICHT einsehe, dass mir Videos vorenthalten werden, welche unter anderem sogar für Promotion seitens der Künstler hochgeladen wurden. Der Werbeeffekt durch diese Videos ist nämlich bedeutend größer, als die Krümel an Geld, welche durch das undurchsichtige, unfaire Verteilersystem im Endeffekt ankommt.
Das man bei der Aktivierung von Proxtube sogar Videos findet, welche man vorher nicht finden konnte finde ich eine Sauerei ohne Ende! Warum kann ein Unternehmen darüber bestimmten was ich sehen darf und was nicht?

Und vor allem – ich bin keines dieser schwarzen Schafe, welches die ganze Musikindustrie beklaut, aber mir wird mal präventiv der „Ihhh der ist aus Deutschland“ Farbeimer übergekippt und das sehe ich nicht ein!


Was mich stört, ist diese Monopolstellung seitens der GEMA und der ihr zugeschriebenen Machtbefugnisse, welche weit über ihr Ziel hinausschießen und die hiesige Live-Kultur zu zerstören droht. Natürlich wird da von Seitens der Clubs mehr Polemik betrieben als notwendig, aber was in Bälde droht, ist auf jeden Fall nicht gesund für die Kunst.

Davon haben dann auch die Künstler nichts, die GEMA selbst hat nichts davon und ich hab wieder soooo einen Hals und fühl mich doppelt und dreifach verkackeimert.


Was auch sehr beliebt ist, ist die Diskussion der „Kulturflatrate“. Demnach soll am besten jeder, wie auch bei den Halsabschneidern von der GEZ mal eine Internet/Kultur whatever Abgabe löhnen. Bin ich strikt dagegen, weil es bevormundent ist und wieder zu falschen Schlussfolgerungen führt. (Ich zahl eh – also darf ich das „klauen“) – und wie immer ist der Ehrliche der Dumme. Falls so was kommt möchte ich gerne so Klauseln wie „CD Einkäufe können von der Steuer abgesetzt werden“ oder „ehrenamtliches Engagement für lokale Kultur wird bezuschusst“.

Aber so ist das alles schwachsinnig und die GEMA ein überflüssiger Saftladen welcher dringend eine Reform benötigt!


Petition gegen die GEMA lässt sich hier finden:
http://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass 
Blogeintrag von Oswald Henke (Goethes Erben) zum Thema GEMA:
http://henkeband.wordpress.com/2012/07/01/die-g/ 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen