Donnerstag, 5. Juli 2012

Feindbild Nr.#1- Die GEMA Teil II: „Und irgendwo läuft dann da was schief…“


Nachdem jeder genug Zeit hatte für sich selbst zu überlegen was ihm Musik wert ist – sorry das war nicht beabsichtigt, hatte leider nicht eher Zeit *g* - fassen wir, bzw. ich mal zusammen.

Kunst, im speziellen hier die Musik als Produkt hat einen kulturellen und individuellen Wert, welcher zumindest die Grundkosten der Entstehung, zum Broterwerb auch den Lebensunterhalt des Künstlers decken können sollte, sofern dieser von so vielen Konsumenten gemocht wird, dass dies unter einem realistischen Gesichtspunkt realistisch ist.

Ob die Musik frei zugänglich und umsonst für jedermann ist, steht dem Künstler frei zu. Sollte er dafür etwas verlangen, gelangt er ganz automatisch in das typische Angebot/Nachfragesystem, woraus sich nicht zwangsläufig ein fairer, aber ein von Allgemeinheit akzeptierter Preis ergibt.

Sofern steht es dem Künstler zu, dass er für die Verwendung seiner Kompositionen einen ihm zustehenden Teil bekommt. Genau diesen Part übernimmt jetzt die GEMA. Damit diese agiert, muss diese auch dazu beauftragt sein. Insofern war folgende Meldung von mir selbst mit Vorsicht zu genießen: +++ Deichkind vs. GEMA / Spotify in Deutschland erhältlich +++

Die GEMA tut im Endeffekt nichts anderes, als was ihr aufgetragen wurde – sie vertritt die Rechte des Künstlers in sehr konsequenterweise, geht dabei aber viel zu weit.

Im folgendem liste ich jetzt in zufälliger Weise einige Kritikpunkte auf:

a)      Einmal GEMA immer GEMA: Würde jemand freiwillig solche Konditionen bei einem x-beliebigen anderen Vertrag unterschreiben, könnte man zu recht an dessen geistiger Gesundheit zweifeln: Wer einmal einen Deal mit der GEMA unterzeichnet hat, räumt dieser Organisation umfassende und ausschließliche Nutzungsrechte ein. Das ermöglicht mit Hilfe des Urheberrechtswahrnehmungsgesetz, dass wie oben erwähnt, Musikvideos auf zahlungsunwilligen Plattformen gesperrt werden, selbst wenn diese gewollt zur Promotion eingestellt wurden. Ebenso ist eine Weiterverwertung mit und über andere Lizenzen nicht möglich, ist und der Hammer schlechthin: Ist ein Bandmitglied in einer neuen Band Mitglied bei der GEMA, ist automatisch die ganze Band Mitglied, ob gewollt oder nicht! Das man, sofern man Band und Veranstalter in einer Person gleichzeitig ist, trotzdem GEMA Gebühren (theoretisch an sich selbst) zahlen muss, überrascht da kaum noch.

b)      Kein Geld oder weniger Geld, das ist hier die Frage: In Sachen Transparenz sieht es bei der GEMA gaaaaanz mau aus. Der Verteilerschlüssel ist unseriöser weise geheim und nicht immer logisch nachvollziehbar. Kosten und Einnahmen schwanken nach Lust und Laune hin und her, viel Geld wird selber einbehalten (14,7% Selbsterhalt) und wenn von 2010 bei 863 Millionen Euro Einnahmen, lediglich 299 Millionen Euro ausgeschüttet werden, wobei die kleinste Gruppe 64% bekommt, dann kann dies nicht fair sein!
Das meiste Geld bekommen die, welche durch Radio und Fernseher eh stetig omnipräsent sind und im Gegensatz von der Band um die Ecke, nicht zwingend davon abhängig sind.

c)      Ich will aber: Die GEMA hat ein irres Monopol auf ihre Gesetze und kann, völlig losgelöst entscheiden. So kann sie die Beweispflicht gegenüber den Verbrauchern einfach umdrehen, in dem dieser beweisen muss, keine GEMA pflichtigen Stücke bei einer Veranstaltung gespielt zu haben, sie kann Preise, Abgaben und Gesetze festlegen ohne irgendwelche Vorabkontrolle.
Aktuelles Beispiel ist die Erhebung der GEMA Abgabe beim Kauf von digitalen Speichermedien, welche einfach so mal um bis zu 1800% erhöht wurde, genauso plant die GEMA 2013 einen neuen Tarif für Tanzveranstaltungen, wo ebenfalls die Preise um gut 600% erhöht werden. Vorab scheinbar ohne Kontrolle sondern nach eigenem Ermessen.

d)     Ich will noch mehr:  Diese unsägliche Gier nach Geld: Egal ob Faschingsverein, Kindergarten oder Wohltätigkeitsveranstaltung. Überall wo Musik gespielt wird und GEMA geholt werden kann, wird ganz unverschämt danach verlangt. Einhergehend mit einem wachsendem Geldbedürfnis eindeutig ein Problem!


Ich lasse diese Punkte jetzt einmal unkommentiert stehen, im nächsten Post werde ich da mehr in die Detailkritik gehen und die angesprochenen Punkte anleuchten und mit Beispielen ausführen, unter anderem aus der Sicht des Fan und damit Hauptkonsument, aber auch aus der Sicht der Veranstalter.

Darüber hinaus werde ich wohl im Übernächsten Post das Urheberrecht anschneiden und somit vielleicht irgendwann eine Brücke zum nächsten Knackpunkt namens ACTA anschneiden.

+++ ACTA wurde zum Glück vom EU-Parlament vorerst abgelehnt!! +++

Warum diese ganzen Themen wichtig sind, wird hoffentlich in den nächsten Beiträgen noch deutlicher. Denn es betrifft jeden der Musik und Kultur schätzt und diese auch ausleben möchte. Auch wenn nicht Kultur, sondern „nur“ der Spaß im Vordergrund steht. Informiert euch!


Quelle:
Geschäftsbericht GEMA 2010 

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