Montag, 14. Mai 2012

Tragic Idol Tour 2012 – 11ter Mai @ Batschkapp Frankfurt

GELB UNTERSTRICHEN: Es sollte mehr spielen!

Dieser Abend hatte leider einen unschönen Beigeschmack und ich bin und war mir recht unschlüssig, wie ich am Besten was und wie in welcher Reihenfolge berichte.
Vielleicht damit, dass ich mir für 54€ zwei Karten zum selber ausdrucken kaufte, ergo 27€ pro Karte zahlen musste. Das ist nicht wenig, aber noch tragbar.

Angekündigt waren immerhin 3 Bands, als Headliner Paradise Lost und als Support Swallow the Sun und Vreid. Um eines vorweg zu nehmen, Vreid traten an diesem Abend NIE auf! Darüber hab ich jetzt verschiedene Stimmen gehört, welche sich widersprechen. Einmal sollten sie auftreten, einmal wieder nicht. Ich hab mir am Folgetag den Flyer besorgt, da ich ebenfalls sicher davon ausging, dass Vreid spielen sollten und wie dem Bild zu entnehmen ist, steht es dort auch schwarz auf weiß! (Die Stelle ist Gelb unterstrichen!)

Gut, davon konnte ich vorab nichts wissen und war daher ganz unvoreingenommen. Den ersten Dämpfer gab es an der Bar. Nicht nur, dass die gefühlte 10 Meter lange Theke mit 3, zwischenzeitlich 2 Bedienungen dermaßen unterbesetzt war, auch nicht die sehr hohen Preise (4€ für 0,5l Bier finde ich schon nicht ohne!) allein, was mich am meisten störte war die Unhöflichkeit. Als ich endlich an die Reihe kam, fing gerade lautstark der Soundcheck an was zur Folge hatte, das man sich nunmehr schreiend unterhalten hätte können. Um den Bestellvorgang zu vereinfachen und meine Stimme zu schonen, wollte ich lediglich, die ca. einen halben Meter neben mir liegende Karte vor mich legen und mit dem Finger auf meine Bestellwünsche zeigen. Die Art und Weise, wie diese mir aus den Fingern gerissen und zurückgelegt wurde kann man als mehr als nur frech und unhöflich bezeichnen. Aber da ich ein gutmütiger Mensch bin, ignorierte ich diese Unverschämtheit und musste dann halt leider Gottes schreiend meine Bestellung tätigen. Wenige Meter davon entfernt wurden meiner Arbeitskollegin zwei dermaßen mies eingeschenkte Biergläser (Hälfte Bier/Hälfte Schaum) als 0,3er Bier im 0,5 Glas verkauft und als zwei 0,5er Bier abkassiert. Wäre dies jetzt eine Kneipe gewesen, wäre an dieser Stelle schon Schluss – denn dann wäre ich sofort gegangen.

Aber ich wollte ja die Bands sehen. Einlass sollte um 18 Uhr gewesen sein, Beginn um 19 Uhr, um 19:30 ging es dann tatsächlich schon mit Swallow the Sun los. Unser Platz ganz links in der Mitte des Raumes hinter einer niedrigen Glasscheibe war ideal, da sich so niemand vor uns stellen konnte. Der Sound war bis auf eine Kleinigkeit am Anfang spitze, die Abmischung zwischen Vocals und Band gelungen und so spielte die Band kaum überraschend überwiegend Songs aus ihrem neuem Album. Halbplaybacksongs wie „Cathedral Walls“ finde ich live nach wie vor unpassend, aber war trotzdem gut umgesetzt. Für mich war es schon das vierte Mal, dass ich Swallow the Sun live sah, einmal im Landespavillon und im Haus11 (beides in Stuttgart) und auf dem Summerbreeze Festival 2010 in Dinkelsbühl. Dieser Auftritt dürfte durchaus der Beste von allen gewesen sein, wenngleich mich unter anderem der Song „New Moon“ – welchen ich herbeigesehnt hatte, nicht so dermaßen packte wie in Dinkelsbühl. Natürlich war sofort die Gänsehaut und der wohlig kalte Schauer vorhanden, was angesichts der tropischen, klebender Hitze durchaus als Meisterleistung zu werten ist – aber es zerbombte mich (zum Glück?) nicht dermaßen moralisch und seelisch wie damals. Ich schieb die Schuld für dieses einmalige Erlebnis der passenden Menge Alkohol, Licht, Raum, Zeit und Co. in die Schuhe. Es war einfach perfekt und ich wäre am liebsten auf der Stelle zusammengebrochen.


Das war diesmal nicht so extrem der Fall, trotzdem ein wahrlich gelungener Auftakt mit ersten Nackenmuskel Penetrationen.

Nach einer knappen Stunde war das ganze auch schon vorbei und während ich mir noch einmal, diesmal problemlos 2 Bier orderte, wurde schon das Paradise Lost Banner hochgezogen und umgebaut. Das ganze sorgte bei mir schon etwas für Verwirrung und ich erklärte mir das ganze damit, dass Vreid vielleicht schon gespielt hätten (was genau genommen unwahrscheinlich gewesen wäre, da wir wirklich nur ca. 15 Minuten nach offiziellem Beginn auf der Matte standen) oder danach spielen würden, da Paradise Lost vielleicht früher los müssten oder was auch immer.
Ich hatte nicht auf die Uhr geschaut, aber nach 20 bis 30 Minuten Pause fingen Paradise Lost an legten eine irre Show an den Tag. Die Playlist war bunt durchgewürfelt und ein gut gewähltes Best-Off ihrer Karriere von Klassikern aus „Shades of God“, „Draconian Times“ über „In Requiem“ bis zu ihren neusten Stücken. Ich war das ein oder andere male überrascht, wie viele Lieder ich davon kenne, ohne bewusst im Hinterkopf zu haben, dass dies von Paradise Lost stammen. Stilistisch daher sehr abwechslungs- und kontrastreich. Die Stimmung im Publikum war großartig und es war einfach nur genial mit sehr hohem Spaßfaktor. (mir gefällt nur der Begriff nicht ganz – Nominalisierte Synonyme für irre Gute Laune und Leistung und Unterhaltung halt…)
Für die Zugabe ließen sich die Herren etwas arg lange bitten und beklatschen, was angesichts der wahnsinnigen Stimmung merkwürdig war und dann war ZACK Schluss…

… ein Blick auf die Uhr. 22 Uhr? Jetzt schon? Die Lichter gingen an, es wurde sofort abgebaut und dann begann der unschöne Teil seine noch viel beschissenere Story zu schreiben. Wir sind kurz raus, standen nahe der Türe und waren daher relativ schnell – schauten am Merchstand vorbei, wo wir erfolglos wieder abdüsten und wieder rein gingen, da es keine Girlies für meine Freundin gab und ich keine 20€ für ein Shirt zahlen wollte. Sie ging kurz auf die Toilette und ich wartete davor. Der vordere Bereich vor der Bühne war schon zugesperrt, Kisten auf Rollen wurden herumtransportiert und Besucher aus dem Weg geschriehen und symbolisch mit dem Müll herausgekehrt. Das ganze wurde noch unterstützt von der Security welche mit penetrantem „Halt! Bitte rausgehen“ Anweisungen einen nicht nur buchstäblich, sondern auch tatsächlich rausschmissen. Nicht nur ich bekam auf die Aussage, „Ich wart hier nur, meine Freundin ist auf dem Klo“ die Aussage „Die wird auch irgendwann wieder rauskommen. Bitte weiter gehen.“ zu hören. Ich gab das Pfand ab, meine Freundin kam zurück, ich wollte noch auf das Klo und was bekam ich zu hören, auf die Frage, ob denn das noch möglich sei?  „Nein! Ihr könnt ins Elfer (anderer Club nebenan) gehen.“

Und das meine werte Damen und Herren ist ein absolutes No-go! Ich bekomm a) 3 Bands angekündigt, wovon nur 2 spielen, werde b) scheiß unhöflich an der Bar behandelt an der ich eh ewig anstehen und ordentlich blechen muss und c) sofort nach Ende des Auftritts kollektiv rausgeworfen, obwohl ich 27 Kröten dafür ausgegeben habe?

Eine solch bodenlose Frechheit hab ich noch nirgendwo erlebt und noch nie war irgendein Konzert, nach so einer kurzen Zeit beendet. Ich habe bislang über 150 Bands live gesehen, war in fast 20 Clubs/Hallen in über 6 Großstädten aber so was kam mir bislang noch NIE vor die Nase! Ich überlege mir momentan immer noch, mich per E-mail zu Beschweren, sofern die Adresse an der unübersichtlichen Seite zu finden ist. (bei tickets.de bin ich doch nicht richtig?)


Zusammengefasst, ein auf musikalischer Ebene genialer Abend welcher leider eine ordentliche Trübung abbekommen hat. Die Batschkapp hat bei mir noch genau EINE Chance, da die dort spielenden Bands mehr als nur ein Argument sind. Aber sollte das ganze wieder dermaßen Scheiße über die Bühne gehen, hab ich die Message schon verstanden. „Sie sind nur zum Geld da lassen erwünscht. Bitte weiter gehen!“ … -.-




Nachtrag:
Nachspiel: Beschwerde bzgl. Konzert am 11.05.2012 - 19ter Mai 2012
Keine Antwort ist auch eine Antwort - 06ter Juni 2012

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